20.12.2013
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ÖBB: Neue Tarife für Fahrgäste nicht durchschaubar

„Wer ab 1. Jänner per Wochenkarte von Wien nach Linz und zurück will, weiß heute noch nicht, was das kosten wird“, sagt AK Präsident Rudi Kaske. Die neuen Tarife der ÖBB sind zwar breit beworben worden und bringen auch einige Verbesserungen etwa für Familien, MindestpensionistInnen und Menschen mit Behinderungen. Klare Infos, was welche Fahrt im Detail kostet, gibt es aber nur für Einzelbeispiele. „Das ist eine kundenfeindliche Informationspolitik. Wer eine neue Preisstruktur einführt, muss auch die einfache und schnelle Info darüber bereitstellen. Ratespiele gehören in die Millionenshow und nicht in die ÖBB-Kundeninformation“, so Kaske.

Flexibilität für Fahrgäste wird eingeschränkt

Wer jetzt schon weiß, wann er im Jänner verreisen will, kann zwar zum Jetzt-Preis buchen. Er erfährt aber nicht, ob eine Buchung im Jänner nach den neuen Tarifen günstiger für ihn wäre. Auch eine kritische Beurteilung aus Sicht des Konsumentenschutzes wird durch diese Geheimniskrämerei ums neue Tarifsystem unmöglich gemacht. So viel aber kann man schon jetzt aus den spärlichen Informationen herauslesen: Die Flexibilität, die für die Fahrgäste immer ein Vorteil ist, wird deutlich eingeschränkt und nachvollziehbare, übersichtliche Tarifinformationen fehlen.

Hin- und Rückfahrttickets für längere Reisen, also jene die über Strecken von 100 Kilometern hinaus gehen, galten früher 30 Tage. Ab 1. Jänner sind sie nur noch für 2 Tage gültig.Die Rückgabe von Tickets noch vor Antritt der Reise wird zwar günstiger, statt bisher 3 Euro kostet das die Fahrgäste nichts mehr. Aber ab dem ersten Gültigkeitstag wird sofort  die höhere Rückgabe-Gebühr von mind. 15 Euro oder 50 Prozent des Ticketpreises fällig. Noch schwerer wiegt jedoch, dass Fahrkarten an einem Bahnhof mit besetztem Schalter zurückzugeben sind. Und das ist vor allem am Wochenende außerhalb der Zentren  fast unmöglich.  

Aus Sicht der AK wird mit dem neuen Tarifsystem der Tarifdschungel gelichtet, was auch für die Fahrgäste Vorteile bringt. So kommen Menschen mit Behinderungen in Zukunft unbürokratisch zu einem ermäßigten Ticket.  Eine echte Verbesserung bringt die neue Vorteilscard Family, bei der man nicht nur die eigenen Kinder gratis mitnehmen kann. Positiv ist auch, die Gratis-Vorteilscard Senior für MindestrentnerInnen. Aber auch hier sind die Informationen für die NutzerInnen noch zu verbessern und kundenfreundlicher zu gestalten. 

Eine übersichtliche Tarifinformation fehlt

Für die Fahrgäste wird das neue Tarifsystem in einigen Bereichen auch undurchsichtiger: Preise sind nur mehr direkt bei der Buchung für einzelne Fahrtstrecken angegeben, eine übersichtliche Tarifinformation über Standardpreise nach Kilometern oder Tarifeinheiten, Gebühren und Kosten für Kundenkarten fehlt. Teilinformationen sind unübersichtlich auf der Internetseite verteilt. So wird die Beurteilung, ob ein Spar- oder Kombi-Angebot wirklich günstiger ist, für die Kunden und Kundinnen unmöglich.

Die Angabe der Bahnkilometer war bisher Standard bei der ÖBB Fahrplan-Auskunft am Telefon und im Internet. Sie soll künftig abgeschafft werden. Damit sind Preistransparenz und Vergleichbarkeit für die Fahrgäste nicht mehr gegeben. „Im Handel werden auf Druck der Konsumentenschützer wieder Grundpreise mit ausgezeichnet. Die Bahn geht mit der Abschaffung der Bahnkilometer-Angabe genau den anderen Weg“, so Kaske weiter.

„Die neue Tarifstruktur beginnt mit einem Fehlstart. Wie sich die neue Tarifstruktur für die Fahrgäste auswirkt, werden wir genau im Auge behalten“, kündigte der Arbeiterkammerpräsident an.

130 Züge täglich mehr!

AK Wien Pendlertag: AK Präsident Rudi Kaske fordert mit neuen Verkehrsdienste-Verträgen einen Qualitätssprung im Bahnangebot.

Fahrgastrechte

Entschädigung bei unpünktlichen Zügen: Sie haben dann einen Anspruch auf Entschädigung, wenn mehr als 5 % der Züge einer Strecke verspätet sind.

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