05.7.2016
Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

VOR-Tarife: Nachbesserungen dringend notwendig!

Die angekündigte Tarif-Reform im Verkehrsverbund Ostregion (VOR) hat bei vielen PendlerInnen heftige Reaktionen ausgelöst: Intransparente Preisgestaltung und zu wenig Information für die KundInnen lassen sie eine versteckte Preiserhöhung vermuten.
Nachgebesserungen fordern deshalb auch die Arbeiterkammern von Wien, Niederösterreich und dem Burgenland.

Die Probleme mit dem neuen Tarif

In der Theorie klingt die neue Tarif-Berechnung nach einem Schritt in Richtung Transparenz: Außerhalb der Kernzone Wien wird der Preis jetzt nicht mehr nach Tarifzonen berechnet, sondern nach der tatsächlichen Fahrtstrecke.
In der Praxis ergeben sich aber zum Teil schwerwiegende Preiserhöhungen.

Einige PendlerInnen zahlen über 100 Euro mehr für die Jahreskarte:

StreckeVerteuerung
Wiener NeustadtBaden218 Euro
MünchendorfWien/Südtiroler Platz262 Euro
GreifensteinTullnerfeld Bahnhof473 Euro
PamhagenEisenstadt120 Euro
DeutschkreuzEisenstadt120 Euro


FORDERUNG: HÄRTEFALLREGELUNG

Bisher bietet der VOR eine Deckelung der Preiserhöhung bei 120 Euro nur im ersten Jahr an. Das ist bei weitem nicht ausreichend. Es braucht eine Härtefallregelung für alle, die 100 Euro oder mehr zusätzlich für eine Jahreskarte bezahlen.

Für manche vergleichbare Strecken gelten sehr unterschiedliche Preise

Eigentlich soll das System mehr Transparenz und Gerechtigkeit bringen. Mit der Tarifreform wurde ein System von komplizierten Berechnungsalgorithmen geschaffen. Letztlich kann die Preisbildung aber nur ein kleiner Kreis von ProgrammiererInnen nachvollziehen. Programmierfehler oder Fehler im System sind praktisch nicht überprüfbar.

Tatsache ist: Es gibt PendlerInnen, die für vergleichbare Strecken sehr unterschiedliche Preise zahlen müssen:

Streckebisheriger Tarif
 neuer Tarif
 das bedeutet
SchützenMüllendorf673 Euro 418 Euro
 255 Euro billiger
DraßburgMüllendorf418 Euro 673 Euro
 255 Euro teurer


FORDERUNG: MEHR NACHVOLLZIEHBARKEIT

Der VOR darf seine StammkundInnen und Stammkunden im öffentlichen Bahn- und Busverkehr nicht mit unerklärbaren Preissprüngen vor den Kopf stoßen. Er muss im Sinne der Transparenz deshalb alles unternehmen, um die Funktionsweise des Systems transparenter zu machen:

  • Möglichen Fehlerquellen nachgehen
  • In erster Linie müssen die Rechenalgorithmen den Bedürfnissen der KundInnen entsprechen und müssen daraufhin überprüft werden. Das heißt: Überbordende Preissteigerungen dürfen nicht rein als "systemgegeben" an die KundInnen weiterverrechnet werden.

Versteckte Preissteigerungen?

Erst im März 2016 wurden die Jahreskartenpreise im VOR um 4 bis 8 Prozent erhöht. Die aktuelle Tarifumstellung soll unterm Strich keine Mehreinnahmen bringen und sei "aufkommensneutral", so der VOR. Doch für einige PendlerInnen bedeutet die Reform eine neuerliche enorme Preiserhöhung.

FORDERUNG: BILANZ VORLEGEN

Wir fordern den VOR auf, in einer Bilanz der Tarifreform nach einem Jahr nachzuweisen, dass die Kundinnen und Kunden des VOR nicht doch insgesamt draufzahlen.

Luft nach oben bei der Kundeninformation

Die AK fordert den VOR außerdem auf, auch bei der Kundeninformation noch einiges nachzubessern.

Forderungen:

  • KundInnen, die nur bis zur Kernzonengrenze Wien fahren wollen, weil sie schon eine Jahreskarte der Wiener Linien haben, müssen die Kernzonengrenze auch automatisch beim Ticket-Kauf als Ziel angeboten bekommen.

  • Mit einem „persönlichen Netz“ kann jede VOR-Kundin und jeder VOR-Kunde zusätzliche Angebote zu seiner Hauptstrecke dazu buchen. Dabei gibt es Zusatz-Angebote, die nichts zusätzlich kosten, weil sie im Einzugsbereich der Hauptstrecke liegen. Diese kostenlosen Angebote müssen automatisch im „persönlichen Netz“ mit dabei sein.

  • Bei Fahrplanwechsel muss sichergestellt werden, dass die Kundinnen und Kunden auch alle neuen oder geänderten Verbindungen in ihrem persönlichen Netz vorfinden und nutzen können.

  • Nicht jeder kauft sein VOR-Ticket im Internet. Beim Ticketkauf am Automaten haben die VOR-KundInnen aber bisher keine Möglichkeit, ihr „persönliches Netz“, also das was sie kaufen auch wirklich am Automaten-Bildschirm zu sehen. Diese Möglichkeit müssen die KundInnen auch am Automaten bekommen.

AK Tipp für PendlerInnen

Schauen Sie im Internet nach, was der neue Tarif für Sie persönlich bedeutet.

Sie fahren mit dem neuen Tarif künftig günstiger?

Sie können Ihre aktuelle Jahreskarte ohne Kündigungsgebühr vorzeitig kündigen und bis 5. Juli, dem Startdatum des neuen Tarifs, eine neue kaufen.

Sie zahlen mit dem neuen Tarif mehr?

Sie haben die Möglichkeit, zumindest bis zum Ablauf der Karte  zum alten, günstigeren Preis zu fahren.

Arbeitswege in der Ostregion

AK Präsidenten von Burgenland, Niederösterreich und Wien: Neuer Fahrplan muss Zeichen für den öffentlichen Bahnverkehr setzen.

Fahrplan verbessern

Die Bahn muss ein Signal für ihre Stamm­kun­dIn­nen setzen und nach­bes­sern.

Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte

Mit der neuen Schlichtungsstelle für Beschwerden von Flug- und Fahrgästen wird für die KonsumentInnen eine wichtige Verbesserung umgesetzt.

TeilenZu Merkzettel hinzufügen

Facebook-Funktion aktivieren

Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Verwandte Links

Blog Arbeit & Wirtschaft

Zum Seitenanfang
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen dazu sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.
OK