23.12.2019

400.000 PensionistInnen fallen um Öffi-Senioren-Ermäßigung um

Immer mehr Pensionistinnen und Pensionisten haben keinen Anspruch auf eine Seniorenermäßigung bei den Öffis. Mit 1. Jänner werden es über 400.000 Menschen in Österreich sein. Denn mit dem neuen Jahr erhöhen alle Verkehrsverbünde in Österreich das Antrittsalter für die Seniorenermäßigung von derzeit 63 auf 64 Jahre.  

„Das bedeutet für immer mehr Menschen: Weniger Einkommen wegen der Pension, aber kein Anspruch auf ermäßigte Tickets. Das muss sich endlich ändern“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl. Bund und Länder müssen gemeinsam den Verkehrsverbünden vorschreiben, die Seniorenermäßigung für die Öffis dringend sozial fairer und sinnvoller regeln. „Die automatische zweijährliche Erhöhung des Anspruchsalters ohne Rücksicht auf den tatsächlichen Pensionsantritt benachteiligt Frauen systematisch und widerspricht diametral dem Sinn einer Seniorenermäßigung.“

Seniorenermäßigung muss neu und sozialer geregelt werden

Eigentlich soll eine Seniorenermäßigung für die Öffis den Menschen helfen. Denn wer in die Pension geht, hat in der Regel weniger Geld als früher zur Verfügung. Die derzeitige Regelung geht jedoch in die genau andere Richtung: Frauen haben im Schnitt eine Pension von rund 1.250 Euro brutto im Monat. Das gesetzliche Pensionsantrittsalter ist derzeit – und noch bis zum Jahr 2023 für Frauen (außer Beamtinnen) 60 Jahre, dann steigt es schrittweise an und liegt erst im Jahr 2033 wie bei den Männern bei 65. Deshalb hat die AK die seit 2014 alle zwei Jahre durchgeführte Erhöhung der Altersgrenze für den Anspruch auf Seniorenermäßigung von Anfang an heftig kritisiert. 

Tatsächlich gehen Frauen derzeit im Durchschnitt mit 59 Jahren in Alters- oder Invaliditätspension. Einen Anspruch auf Seniorenermäßigung haben aber sowohl Männer als auch Frauen ab 1. Jänner 2020 allerdings erst mit 64 Jahren. „Die jetzige Regel trifft also genau die, die eigentlich dringend eine Ermäßigung brauchen. Das muss sich ändern“, so Anderl. 

Stopp der Erhöhung des Antrittsalters zum 1. Jänner!

Die AK ruft den Bund und die Länder dringend auf, als Sofortmaßnahme die geplante Erhöhung des Antrittsalters auf 64 Jahre auszusetzen und bei der aktuellen Grenze von 63 Jahren zu bleiben. Mittelfristig fordert die AK von der künftigen Regierung, die Seniorenermäßigung mit dem realen Pensionsantritt zu koppeln. Auch eine Staffelung nach sozialen Kriterien hält die AK für denkbar. „Wer eine sehr hohe Pension bezieht, braucht die Seniorenermäßigung weniger, als jemand, der keine 1.000 Euro im Monat zur Verfügung hat“, so Anderl.

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