Stick­oxide: Öffi-Aus­bau statt Fahr­ver­bote

Stickoxidbelastung braucht Antworten auf mehreren Eben­en. Das deutsche Bundesverwaltungsgericht in Leip­zig hat Fahrverbote bei hohen Luftbelastungen bestätigt und könnte damit eine Debatte um Fahrverbote auch in Öster­reich auslösen.

Die AK hält Fahrverbote für österreichische Städte für un­wahr­schein­lich: Die Stickstoffdioxid-Werte in deutschen Städten wie München oder Stuttgart mit über 70 Mikro­gramm pro Kubikmeter liegen weit über denen in öster­reich­isch­en Städten. Die Gesundheit der Menschen hat Vorrang, aber flächendeckende Fahrverbote wären aus Sicht der AK eine zu einseitige Antwort auf das Problem Luft­ver­schmutz­ung. „Da würden die Kosten der Umweltbelastung einseitig auf die Menschen überwälzt, die in guten Glauben an die Ein­halt­ung der zum jeweiligen Zeitpunkt geltenden Abgaswerte ihr Auto gekauft haben“, so AK-Direktor Christoph Klein. Hundert­tausende Pendlerinnen und Pendler brauchen täg­lich das Auto für die Fahrt zur Arbeit. Sie würden bei Fahr­ver­bot­en die ganze Last tragen müssen. Die Autoindustrie bliebe außen vor. „Dabei ist es die Autoindustrie, die bisher mehr Energie auf die Umgehung von wirksamen Abgaskontrollen ver­wendet hat als auf die Entwicklung von schad­stoff­ärmer­en Autos. Ein weiteres, wichtiges Element sauberer Luft ist der massive Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs, wie ihn die AK seit Jahren fordert“, so Klein.

„Österreich ist innerhalb der EU schon jetzt Bahnfahrerland Nummer 1. Die kostengünstigen und gut ausgebauten Öffis in Wien zeigen ebenfalls: Wo das Angebot stimmt, steigen die Menschen vom Auto auf die Öffis um.“ Die AK hat erst im Januar einen massiven Ausbau der Schnellbahn in Wien und der Ostregion gefordert und dazu ein gutes Konzept vor­ge­legt. „Der sehr gut angenommene öffentliche Per­son­en­nah­ver­kehr in Wien etwa sorgt dafür, dass die Stickoxidwerte in Wien nicht annähernd das Niveau der belasteten deutschen Städte erreichen“, so Klein. „Das kann man für ganz Öster­reich mit einer schon jetzt gut angenommenen Bahn weiter­ent­wickeln.“

Für die AK ist außerdem jetzt auch die Autoindustrie am Zug: „Die Autobauer müssen endlich ihrer Verantwortung der Um­welt und ihren Kundinnen und Kunden gegenüber gerecht werden und saubere Autos bauen, mit verlässlichen Abgas- und Verbrauchswerten“, so Klein. „Autobauer sollen nur mehr Diesel-Autos mit wirksamen Katalysatoren (Euro 6d) ver­kauf­en. EU-Rechtlich verpflichtet sind sie dazu erst 2020. Wenn sie das aber nicht tun, müssen wir Maßnahmen wie in Deutsch­land überlegen, wo die Autoindustrie den öffent­lich­en Verkehr mitfinanziert.“

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