09.04.2019

AK Klima­dialog: Sozial gerechte Klima­politik kommt nur mit mehr Öffis in Fahrt

„Die Verkehrs­politik ist ein Schlüssel beim Klima­schutz: Aber sie muss sozial gerecht und demo­kratisch gestaltet werden“, sagt die Leiterin der AK Abteilung Umwelt und Verkehr, Sylvia Leodolter, anläßlich des 5. AK Klima­dialogs.

Bis Ende des Jahres müssen die konkreten Maßnahmen in der Klimapolitik festgelegt werden, um die Klimaziele bis 2030 zu erreichen. Allein der Straßen­verkehr verursacht fast 30 Prozent des klima­schädlichen Treib­haus­gas-Ausstoßes. Gemeinsam mit Vertreter-Innen des Verkehrs­ministeriums und Wissen­schaftler­Innen der Wirtschafts­universität diskutierte die AK mögliche Maßnahmen.

Öffi-Ausbau zu leistbaren Preisen

„Die Antwort auf zu hohe Treibhausgas-Emissionen kann nur ein weiterer Ausbau des öffentlichen Verkehrs­angebotes zu leistbaren Preisen sein“, so Leodolter. Denn sozial gerechte Klimapolitik muss Mobilität­schancen für alle bieten. Wie das geht, zeigt das Erfolgsmodell der Wiener Linien oder der österreichischen Bahn.

E-Antrieb bei Öffis weiter ausbauen

Die bislang ausgereifteste Kohlendioxid­arme Technologie ist der Elektroantrieb. Jeder denkt bei E-Antrieb ans Elektroauto. Aber viel effektiver für den Klima­schutz ist der Ausbau der E-Antriebe im öffentlichen Verkehr. Schon heute sind die Öffis in hohem Maße elektrifiziert. Jetzt muss der Ausbau bei Bahn-Neben­strecken und in den Städten, etwa bei den Bussen, vorangetrieben werden. „Öffis sind im Vergleich zum Autoverkehr energie­effizienter, sicherer, preis­werter und leiser. Und sie brauchen pro Fahrgast viel weniger Platz auf den Straßen“, so Sylvia Leodolter von der AK.

Öffi-Ausbau auf dem Land

„Mehr Öffis, das geht auch auf dem Land“, so Leodolter. „zum Beispiel mit Sammeltaxis, oder Klein-Bussen zum Bahnhof in den Haupt­verkehrs­zeiten.“ Diese „Micro-ÖV-Systeme“ würden auch Arbeitsplätze in den Regionen schaffen“, so die AK-Expertin.

Job-Verluste in Autoindustrie abfangen

Der Fall Opel in Wien zeigt: Für die rasanten Veränderungen in der Industrie­landschaft, insbesondere in der Auto­industrie muss die Politik Antworten entwickeln: Gut ausgebildete Facharbeiter, die bei einem Umstieg vom Verbrennungs- auf den Elektro­motor im Autobau nicht mehr benötigt werden, brauchen eine Perspektive, etwa im öffentlichen Verkehr. Die AK fordert Strategien für einen sozial gerechten Wandel, eine sogenannte „Just Transition“. 

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