14.5.2020

Offensive für Arbeitsplätze

Durch die Coronakrise herrscht Rekordarbeitslosigkeit, mehr als eine halbe Million Menschen sind derzeit ohne Arbeit – eine riesige, auch gesellschaftspolitische, Herausforderung. Das von den Sozialpartnern verhandelte Kurzarbeitsmodell hat hunderttausende Arbeitsplätze und Existenzen gesichert. Aber das ist nicht genug.

Ziel muss sein, die Arbeitslosigkeit innerhalb eines Jahre auf das Niveau vor der Coronakrise zu senken. „Und ich sage das ganz bewusst in diesen Worten: koste es, was es wolle“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl.

„Wir müssen nur dranbleiben und dürfen nicht in unseren Bemühungen nachlassen, den sozialen Zusammenhalt auch nach der Krise zu sichern. Jedes Prozent mehr Beschäftigung ist ein Impuls für unsere Volkswirtschaft, für unsere Konjunktur und für unser Sozialsystem“, sagt Erwin Zangerl, Vizepräsident der AK Österreich und Präsident der AK Tirol.

Sofortmaßnahmen

  • Aufstockung des AMS-Personals um mindestens 500 neue MitarbeiterInnen, um Arbeitssuchende gut und schnell vermitteln zu können, insbesondere ältere Arbeitslose brauchen wieder Perspektiven, z.B. über ein Vorzugsrecht bei der Wiedereinstellung von krisenunterstützten Unternehmen oder die Chance 45. Ebenso braucht es mehr überbetriebliche Ausbildungsplätze für junge Menschen, außerdem mehr Mittel für Schulen, Fachhochschulen und Universitäten.

  • Konsum durch höheres Arbeitslosengeld sichern: Zum Beispiel würde die Erhöhung auf 70 Prozent des letzten Nettogehaltes ca. 1 Mrd. Euro kosten. „Wir brauchen dringend ein höheres Arbeitslosengeld“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl. Derzeit liegt das Arbeitslosengeld bei 55 Prozent des letzten Nettogehalts, „Die Menschen haben aber weiterhin 100 Prozent der laufenden Kosten. Arbeitslosigkeit macht Menschen arm – das geht nicht! Was ist das für eine Politik, die so etwas zulässt?“, so AK Präsidentin Renate Anderl.

  • Möglichkeit zur Verlängerung der Covid19-Kurzarbeit, also ein Ausgleiten für die Betriebe und ArbeitnehmerInnen mit einer Verkürzung der Arbeitszeit ist anzudenken.

  • Corona Weiterbildungsoffensive für Arbeitslose: Ziel für 2021 40.000 Personen in beruflicher Umschulung oder Höherqualifizierung, damit es auch im digitalen und ökologischen Strukturwandel genug FacharbeitnehmerInnen in Österreich gibt. Ein besonderer Schwerpunkt muss dabei auf den Gesundheits- und Pflegebereich gelegt werden.

    - Fachkräftestipendium mit 100 Millionen Euro ermöglichen und unbefristet einsetzen

    - Ausbildungsschwerpunkt Pflege- und Gesundheitsberufe: Neue Jobperspektive für besonders betroffene Branchen wie Tourismus.

Mittelfristige Maßnahmen

  • Chance 45 (die verbesserte Version der Aktion 20.000 für ältere Arbeitssuchende) ab 2021, Planung muss jetzt beginnen.

  • Beruflicher Neuanfang durch Qualifizierungsgeld: Durch verbessertes Qualifizierungsgeld könnten 30.000 Personen ganzjährige Weiterbildungen machen.

  • Chancen für Geflüchtete: Integrationsjahr wiedereinführen, um nach Österreich Geflüchteten den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern.

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