7.3.2017
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Mehr bauen und Lebensqualität in Wien sichern

Um rund 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner ist Wien in den vergangenen drei Jahren gewachsen. „Das bedeutet: Wir brauchen dringend Wohnraum, der auch für die nachkommenden Generationen leistbar bleibt. Dass auch Menschen mit kleineren Einkommen gut und zu fairen Preisen in Wien wohnen können, prägt seit langem das soziale Klima in der Stadt. Das muss auch so bleiben“, sagt AK Präsident Rudi Kaske anlässlich der Veranstaltung „Wien wächst, Wien baut“. Mindestens 9.000 geförderte Wohnungen pro Jahr müssten im wachsenden Wien gebaut werden. Doch es wird immer schwieriger, so viel Wohnraum zu schaffen. Die Bodenpreise steigen laufend und damit die Immobilienpreise sowie die Mieten. Es gibt kaum Bauflächen, die für den gemeinnützigen Wohnbau erschwinglich sind. „Die Stadt muss sich offensiver darum kümmern, dass Baugrund für den geförderten Wohnbau zur Verfügung steht“, fordert der Leiter der AK Abteilung Kommunalpolitik Thomas Ritt. „Lebensqualität für die, die kommen, und für die, die schon da sind, und ein soziales Miteinander muss bei jedem größeren Wohnbauprojekt mitgedacht werden“, so Ritt. „Bei Bauprojekten in den alten Grätzeln und in den neuen Quartieren müssen Architektur und Stadtplanung das soziale Miteinander im öffentlichen Raum und das gute Wohnen zu fairen Preisen verbinden.“  

Hohe Bodenpreise

Höchstens 235 Euro pro Quadratmeter Wohnraum darf ein gemeinnütziger Bauträger ausgeben. In Wien kostet aber der Quadratmeter Wohnraum inzwischen im Schnitt etwa 800 Euro, in vielen Lagen deutlich mehr. „Es gibt viele Grundstücke im Besitz von Bund, Land, Gemeinde oder großen staatlichen Betrieben. Sie dürfen nicht mehr nach dem Bestbieterprinzip verkauft werden,  sondern  müssen für den gemeinnützigen Wohnbau genutzt werden“, so Ritt. Bei der Widmung muss die Stadt mit einer verschärften Widmungskategorie „förderbarer Wohnraum“ dafür sorgen, dass so gewidmete private Grundstücke tatsächlich nur für den gemeinnützigen Wohnbau genutzt werden. 

Soziales Miteinander planen und finanzieren

Wohnbauprojekte dürfen auch künftig nur genehmigt werden, wenn es auch Schulen, Kindergärten, Straßen, Straßenbahnen, Buslinien,  U- oder S-Bahnen gibt. Hier muss die Stadt vorausschauend aktiv werden. Solche Projekte müssen oberste Priorität haben, für alle Mitglieder der Stadtregierung. Wohnbauprojekte dürfen nicht scheitern, weil für den Schulbau kein Geld mehr da ist. Deshalb müssen Zukunftsinvestitionen in Schulen, Wohnungen und Infrastruktur vom innerösterreichischen Stabilitätspakt ausgenommen werden. Hier müssen die Länder mit dem Finanzminister eine neue Vereinbarung schaffen. 

Wohnen, Leben und Arbeiten im Grätzel

Trotz des Drucks auf immer mehr Wohnungen muss von der Schule, dem Pensionistencafé  bis zum Laden oder dem Gewerbebetrieb ein Miteinander entwickelt werden. Dazu gehört auch, dass die Menschen Parks und Plätze haben, die sie kostenfrei nutzen können. „Das soziale Miteinander muss von Anfang an mitgedacht werden“, so Ritt. „Viele Wohnungen allein machen noch keine Stadt. Ein gezieltes Gebietsmanagement muss alle neuen Quartiere, aber auch die älteren Grätzel mitentwickeln. Ein Modell kann das Gebietsmanagement in der Seestadt Aspern sein.

Renovierte Wohnviertel sind immer weniger leistbar

Wohnungen in bestimmten Grätzln Wiens sind sehr begehrt. Sie bieten eine tolle Lebensqualität, doch nicht jeder kann es sich leisten dort zu leben.

Wohnst du schon oder suchst du noch?

Die AK hat die Mikrozensus-Wohndaten ausgewertet – Private Mietwohnungen sind sehr teuer – Zwei von drei privaten Neuverträgen sind befristet.

Mieten seit 2008 um bis zu 43 Prozent gestiegen

Zwischen 2008 und 2016 sind die privaten Hauptmietzinse von Neuvermietungen um plus 35% in die Höhe gegangen. In Wien ist es noch schlimmer: plus 43%.

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