12.4.2016
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Krasse Fälle von Überstundennepp

2015 wurden laut einer aktuellen AK Auswertung von Daten der Statistik Austria etwa 52 Millionen Mehrarbeits- und Überstunden nicht vergütet. Dieses Volumen entspricht umgerechnet einem Ausmaß von über 30.000 Vollzeitarbeitsplätzen. Auch in der AK Arbeitsrechtsberatung tauchen immer wieder Fälle von krassem Überstundennepp auf, wie drei Beispiele zeigen. „Dass vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Österreich systematisch das Überstundenentgelt vorenthalten wird, liegt daran, dass es dafür zu wenig Konsequenzen für die Unternehmen gibt. Die Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen müssen den Beschäftigten lediglich nachzahlen, was sowieso fällig gewesen wäre“, so AK Präsident Rudi Kaske und fordert ein Überstunden-Duplum: „Wer Überstunden- und Mehrarbeitsentgelte mutwillig vorenthält, soll künftig das Doppelte zahlen müssen.“  

Drei Beispiele aus der AK Arbeitsrechtsberatung: 

Fall 1: Frau W. war knapp drei Jahre als Arbeiterin im Backdienst bei einer Bäckerei mit mehreren Filialen beschäftigt. Sie wandte sich an die AK, um zu erfahren, ob ihre Entlohnung dem Kollektivvertrag entspricht und was mit unbezahlten Überstunden passiert. Die Prüfung der Lohnabrechnung durch die Rechtsberater der AK Wien ergab, dass die Arbeitnehmerin unter Kollektivvertrag entlohnt wurde. Zudem hatte Frau W. alleine in den letzten vier Monaten 164 Überstunden geleistet, die nicht bezahlt wurden. Die davor erbrachten Überstunden waren leider bereits verfallen. Letztlich gab es mit Unterstützung der AK eine Einigung mit dem Arbeitgeber. Frau W. wurden 3.200 Euro brutto nachgezahlt. 

Fall 2: Ähnlich wie Frau W. erging es einer Filialleiterin desselben Unternehmens. Frau S. war dort fast zehn Jahre beschäftigt und musste ebenso regelmäßig Überstunden leisten. Dabei wurde die ihr zustehende wöchentliche Ruhezeit im Ausmaß von durchgehend 36 Stunden oftmals nicht eingehalten. So kam es vor, dass die Filialleiterin 28 Tage lang ohne einen einzigen freien Tag durcharbeitete. Mit Unterstützung der AK wurde das Entgelt für Überstunden samt Zuschlägen sowie Ersatzruhe der letzten vier Monate vom Arbeitgeber eingefordert. Auch hier einigte man sich auf eine Nachzahlung von 3.200 Euro brutto. 

Fall 3: Die beiden Arbeitnehmerinnen sind keine Einzelfälle. Auch Frau K. hat in einer Konditorei regelmäßig zwölf bis 14 Stundendienste an sieben Tagen die Woche geleistet. Aufgrund dieser übermäßigen Arbeitsleistung fielen bei Frau K. täglich Überstunden an und es kam zur Verletzung der täglichen sowie wöchentlichen Höchstarbeitszeitgrenzen von zehn bzw. 50 Stunden. Dazu kommt die fehlende Wochenendruhe. Frau K. hat sich bei der AK über ihre Rechte informiert. Den Klagsweg wollte sie vorerst nicht beschreiten, da sie - wie so viele andere Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnnen – Angst um ihren Arbeitsplatz hat, wenn sie ihre berechtigten Ansprüche geltend macht.

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