3.7.2020

Mietennepp – Aussackeln bei befristeten Neu-Mieten!

Wiener MieterInnen zahlen viel zu viel für neue oder verlängerte, befristete Altbaumieten. Der Grund: unrechtmäßige Aufschläge! Bei einer Wohnung beträgt die Überzahlung im Schnitt 185 Euro pro Monat, also rund 2.220 Euro im Jahr. Das zeigen AK Berechnungen aufgrund des Mikrozensus der Statistik Austria. Bei befristeten Neu-Mietverträgen sind die unerlaubten Aufschläge 2,8-mal so hoch wie bei unbefristeten. Das bestätigt die AK in ihrer Forderung: Aus für befristete Mietverträge bei Immokonzernen.

Unerlaubte Aufschläge bei neuen, befristeten Altbaumieten  

Die AK hat aufgrund des Mikrozensus der Statistik Austria berechnet: Bei einem neuen oder verlängerten, befristeten Mietvertrag für eine Wiener Altbaumietwohnung zahlt ein Mieter oder eine Mieterin um durchschnittlich 185 Euro im Monat zu viel an Miete (inklusive der Umsatzsteuer, die auf den überhöhten Mietzins zu zahlen ist).

„Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Für alle neu abgeschlossenen oder verlängerten Verträge zahlen Wiens Mieterinnen und Mieter aufs Jahr gerechnet mehr als 54 Millionen Euro zu viel an Miete. Das ist kein Pappenstiel“, sagt Thomas Ritt, Leiter der AK Kommunalpolitik und Wohnen. Denn bei neuen, befristeten Altbaumietverträgen wird im Schnitt ein unrechtmäßiger Aufschlag von rund 50 Prozent verrechnet, bei unbefristeten 18 Prozent.“ Die AK schätzt den im Schnitt zulässigen Hauptmietzins ohne Umsatzsteuer für unbefristete Neuverträge auf rund 7,50 Euro, für befristete auf 5,60 Euro pro Quadratmeter. Tatsächlich vereinbart werden laut Mikrozensus rund 8,90 Euro pro Quadratmeter bei unbefristeten, rund 8,50 Euro pro Quadratmeter bei befristeten Verträgen.“

„Der unrechtmäßige Aufschlag bei befristeten Mietverträgen ist somit also 2,8-mal so hoch wie bei unbefristeten“, rechnet Ritt vor. „Lassen Sie jedenfalls bei Altbauwohnungen die Miete bei neuen oder verlängerten Mietverträgen prüfen“, rät Ritt.

„Befristete Mietverträge sind für viele Familien, vor allem für junge, ein Problem“, sagt Ritt. „Befristungen machen Wohnen nicht nur teuer, sondern auch unsicher – in derzeit ohnehin schon schwierigen Zeiten verschärft sich durch befristete Mietverhältnisse eine langfristige Lebensplanung. Es ist auch nachteilig, wenn Familien durch erzwungene Umzüge ihre sozialen Netze und das schulische und gesellschaftliche Umfeld verlieren. Immerhin ist langfristiges und leistbares Wohnen eine wesentliche Voraussetzung für sichere Lebensbedingungen“, so der Wohnexperte.

Weg mit Befristungen, außer bei Eigenbedarf von Privatpersonen!

Die AK will befristete Mietverhältnisse weghaben: Privatpersonen, die nicht mehr als drei Wohnungen haben, sollen aber davon ausgenommen sein. Dort können Befristungen wegen des zukünftigen Eigenbedarfes, etwa für Kinder und Enkelkinder, zulässig bleiben.

AK Wohnberatung hilft: 01 501 65 1345, Mo – Frei 8.00 – 12.00 Uhr, Dienstag zusätzlich von 15.00 – 18.00 Uhr oder wohnen@akwien.at.

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