19.1.2016

Bestpreisklauseln von Buchungsportalen bieten keinen Vorteil

Buchungsportale wie „Booking.com“, „HRS“ oder „Expedia“ verlangen von ihren Partnerhotels oftmals so genannte Bestpreisklauseln. Aus AK Sicht bieten Bestpreisklauseln keinen Vorteil für die KonsumentInnen, da sie den Wettbewerb zwischen den Plattformen behindern. Das deutsche Bundeskartellamt sieht in der Anwendung der Bestpreisklauseln eine erhebliche Wettbewerbsbeschränkung. Die AK fordert eine rasche Entscheidung auch für Österreich. 

Bestpreisklauseln verpflichten Hotels einerseits keinem anderen Buchungsportal günstigere Konditionen (Preise, Zimmerverfügbarkeit, Buchungs- und Stornierungsbedingungen etc.) anzubieten, andererseits dürfen die Partnerhotels auch auf ihren hoteleigenen Webseiten keine günstigeren Angebote anbieten als den Buchungsportalen. 

Klauseln beeinträchtigen den Wettbewerb

Aus Sicht der BAK bieten Bestpreisklauseln keinen Vorteil für die KonsumentInnen. Die Klauseln sind insofern problematisch als sie den Wettbewerb zwischen den Portalen beeinträchtigen, weil die Bestpreisklauseln zu gleichen Angeboten führen können. 

Das deutsche Bundeskartellamt sieht in der Anwendung der Bestpreisklauseln eine erhebliche Wettbewerbsbeschränkung. Im Dezember 2013 wurde es dem Buchungsportal HRS untersagt, die Bestpreisklausel anzuwenden. Diese Entscheidung hat das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf im Jänner 2015 bestätigt. Nunmehr hat das Bundeskartellamt die weitere Verwendung der Bestpreisklauseln von „Booking.com“ untersagt. 

Deutsche Hotels haben einen größeren Gestaltungsspielraum

Während deutsche Hotels nun einen größeren Gestaltungsspielraum haben, sind österreichische Hotelanbieter nicht von der Entscheidung umfasst. Für diese gelten daher weiterhin die von Buchungsportalen geforderten Bestpreisklauseln.

Forderung

Die Verfahren sollten nun auch in Österreich rasch zum Abschluss kommen. Die Bundeswettbewerbsbehörde hat sich bereits intensiv mit dieser Problematik beschäftigt und einen Markttest durchgeführt. Eine klare Regelung, wie sie etwa in Deutschland durchgesetzt wurde, ist aus AK Sicht auch für Österreich notwendig.