18.4.2018
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AK Mietumfrage: Die Ergebnisse

Eine aktuelle AK Online-Mietumfrage zeigt: Die hohen Mieten brennen fast jedem Zweiten unter den Nägeln. Befristete Mietverträge sind ein Problem – die meisten Befragten wurden in Befristungen „gedrängt“.   Jeder Vierte wünscht sich: Die Politik muss sich mehr ums Wohnen kümmern und rasch Maßnahmen zur Entlastung der MieterInnen setzen. Hier finden Sie die Gesamtauswertung im Detail.

TIPP

Wohnen ist einer der Schwerpunkte unserer Dialog-Initiative „Wie soll Arbeit?“ gemeinsam mit dem ÖGB. Sie läuft bis Ende Mai. Mehr Infos unter www.wie-soll-arbeit.at.

Die Umfrage

Die AK hat vergangenen Herbst rund einen Monat lang eine Online-Mietumfrage durchgeführt – zu Wohnkosten und befristeten Mietverträgen. Mehr als 3.300 Menschen haben geantwortet, rund 1.000 davon auch persönliche Erfahrungen geteilt. Der Großteil der Befragten kommt aus Wien – aber die Wohnprobleme ziehen sich bundesweit durch, vor allem in den Städten. Mehr als die Hälfte verfügt über ein monatliches Netto-Haushaltseinkommen von weniger als 2.000 Euro. Rund 60 Prozent der Befragten wohnen in einer privaten Mietwohnung, 24 Prozent in einer Genossenschafts- und knapp 16 Prozent in einer Gemeindewohnung. 

Die Ergebnisse

  • Mieten belasten: Rund 42 Prozent der Befragten geben an, dass sie sich durch die Wohnkosten sehr hoch oder hoch belastet fühlen. 63 Prozent davon verfügen über ein monatliches Netto-Haushaltseinkommen, das geringer ist als das österreichische Medianeinkommen (1.974 Euro).

  • Wohnen auf Zeit großes Problem: Mehr als jedes zweite Mietverhältnis bei privaten Mietwohnungen ist befristet. Aber: Nur 13 Prozent der betroffenen MieterInnen wollten bewusst eine Befristung. Insgesamt ließen sich 87 Prozent auf ein befristetes Mietverhältnis ein, da sie keine andere Wohnung fanden.

  • Weniger als fünf Jahre befristet: 71 Prozent der befristeten Verträge sind unter fünf Jahre abgeschlossen – immerhin weitere knapp 14 Prozent sogar unter drei Jahre, was gesetzlich gar nicht zulässig ist. Sie müssen mindestens drei Jahre befristet sein.

Die häufigsten Sorgen der MieterInnen

Die AK hat außerdem nachgefragt, was den Menschen noch ein großes persönliches Anliegen rund um das Thema Wohnen ist. Rund 1.000 haben sich zu ihrer persönlichen Wohnsituation geäußert:

  • Mieten zu hoch: Mehr als jede/r zweite Befragte/r gab an, dass die Mieten allgemein zu hoch sind und die Zahlung der Miete zunehmend zur Belastungsprobe wird.
     
  • Mieten laufen Löhnen davon: Viele sagen: Die Mietkosten entwickeln sich überproportional zur Lohnsteigerung. 

  • Wohnen muss Politik wichtiger sein: Jede/r Vierte schrieb, dass sich die Politik mehr um das Thema Wohnen sorgen muss und dringend Maßnahmen zur Entlastung der MieterInnen und zur Sicherung des Grundrechts auf Wohnen setzen soll. Bei den Entlastungen wünschen sich die Befragten in erster Linie Mietenbegrenzungen, Abschaffung von Provisionsgebühren, Befristungen und Lagezuschlägen sowie einen leichteren Zugang zum sozialen Wohnbau – diese Punkte wurden am häufigsten genannt.

Die Politik muss tätig werden

„Die Wohnreformen dürfen nicht auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben werden“, sagt AK Präsident Rudi Kaske. „Unsere aktuelle Online-Mietumfrage bestätigt einmal mehr: Wohnen ist den Menschen zu teuer – sie wollen Entlastungen – die Politik muss tätig werden.“

„Die Regierung schiebt Wohn-Vorhaben auf die lange Bank“, sagt Kaske. „Wir brauchen dringend ein neues einheitliches und einfaches Mietrechtsgesetz mit klaren Mietzinsgrenzen sowie mehr neue leistbare Wohnungen, da geht’s jetzt vorrangig um die Wohnbau-Investitionsbank.“

Vage Regierungspläne 

Das Bekenntnis zu einem gerechten, transparenten und verständlichen Mietrecht im Regierungsprogramm ist generell positiv. Der AK sind aber die konkreten Maßnahmen noch zu vage. Es gibt auch keinen Zeitplan. „Was mir jedenfalls fehlt, ist eine Erklärung, dass mit dem neuen Mietrecht eine Dämpfung der rasanten Mietensteigerungen der letzten Jahre bei den Neuvermietungen und bei den Verlängerungen der befristeten Verträge erreicht werden soll“, betont Kaske.

Wohnbau-Investitionsbank muss kommen 

Was für den AK Präsidenten völlig unverständlich ist, „dass der Bund aus der Wohnbau-Investitionsbank ausgestiegen ist.“ Im Februar gab es sogar aus Brüssel grünes Licht für die Bank. „Dass dem Bund leistbares Wohnen nun kein Anliegen ist, da kann ich mich nur wundern. Fakt ist: Wir brauchen die Wohnbau-Investitionsbank, damit mehr neue leistbare Wohnungen gebaut werden können. Lösungen müssen rasch über die Bühne gehen, auch wenn statt des Bundes jetzt die Länder die Haftungen übernehmen sollen. Für viele Österreicherinnen und Österreicher sind die Wohnkosten zu einer existenziellen Herausforderung geworden. Dass die Regierung nun mit mehr Eigentum wirbt, anstatt endlich mehr in den sozialen Wohnbau zu investieren, verstehe ich nicht. Verzögerungen können wir uns nicht mehr leisten“, betont Kaske. „Die Wohnbau-Investitionsbank muss kommen und rasch zu arbeiten beginnen!“ 

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