Käthe Leichter. Eine Frau wie diese

Als Käthe Leichter, seit Herbst 1938 im Wiener Landesgericht inhaftiert, auf ihren Prozess wartet, schreibt sie, damals 42, ihre Erinnerungen nieder. Während sie hofft, ihre Familie, die im Pariser Exil auf ihre Entlassung wartet, bald wiederzusehen, schildert sie ihre behütete Kindheit und Jugend als Tochter einer jüdischen Familie, assimiliert, bildungsbürgerlich und liberal. Der Erste Weltkrieg und die Revolutionen kurz danach radikalisieren die junge Sozialwissenschaftlerin. Käthe Leichter wirft sich mit Herz und Seele in die Arbeiterbewegung. Sie glaubt fest an den Sozialismus und daran, die Befreiung des Menschen und damit auch die der Frauen selbst noch erleben zu können.

Als sie den Auftrag erhält, das Frauenreferat der Wiener Arbeiterkammer aufzubauen, macht sie daraus das weltweit erste Zentrum der Frauenforschung. Mit ihren umfangreichen Untersuchungen über das Leben von arbeitenden Frauen versucht Käthe Leichter, die Frauen zu ermutigen, um ihre Gleichstellung in Beruf und Familie zu kämpfen. Bis zuletzt gibt sie die Hoffnung auf den Sieg ihrer Überzeugungen nicht auf, nicht im Widerstand gegen den autoritären Ständestaat, nicht in der Gestapo-Haft und auch nicht im Konzentrationslager. Am 17. März 1942 wird sie ermordet.

Der Film „Käthe Leichter. Eine Frau wie diese“ von Helene Maimann nimmt die Spuren ihres Lebens auf – das Leben einer Pionierin, einer Nonkonformistin, einer Frau, die es wie keine verstand, Wissenschaft und Politik zu verbinden, einer mutigen, kreativen, einer großartigen Frau.

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