03.08.2017
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AK zu Kindertagesheimstatistik: Investitionen sind das Gebot der Stunde

2016 ist die Zahl der Kinder in Krippen und Kindergärten weiter gestiegen. Damit setzt sich zwar der Trend der vergangenen Jahre fort, die Gesamtsituation wird allerdings nur bedingt verbessert, weil sich auch die Zahl der Kinder erhöht hat. Gab es 2010 noch 474.000 Kinder unter sechs Jahren, waren es im Vorjahr schon 506.000. „Die Probleme der Eltern, für ihre Kinder ein passendes Angebot in einer elementaren Bildungseinrichtung zu finden, sind also nach wie vor gegeben“, resümiert Ingrid Moritz, Leiterin der Abteilung Frauen und Familie in der AK Wien. Die Forderung daher: ein zügiger Ausbau der Kinderbetreuung.  

Tempo beim Ausbau hält mit steigender Kinderzahl nicht Schritt 

Denn bei genauerer Analyse der Statistik zeigt sich: Bei den unter 3-Jährigen ist die Betreuungsquote sogar erstmals ganz leicht rückläufig (von 25,5 auf 25,4 Prozent). Das ist vor allem auf das Absinken der Quote in Niederösterreich zurückzuführen (von 24,6 auf 22,9 Prozent). Aber auch in Wien sank der Anteil leicht von 45,1 auf 44,3 Prozent. Das Tempo des Ausbaus hält demnach mit der steigenden Zahl der Kinder im Vorschulalter nicht ausreichend Schritt.

Damit verfehlt Österreich das Barcelona-Ziel von 33 Prozent Betreuungsquote bei Kleinkindern weiterhin deutlich. Nur Wien liegt mit seiner oben genannten Quote deutlich darüber, das Burgenland mit 30 Prozent knapp darunter. Alle anderen Bundesländer sind von diesem Meilenstein weit entfernt.

Wien ist Vorreiter bei den Öffnungszeiten

Ebenso Vorreiter ist Wien bei den Öffnungszeiten: Durchschnittlich nur 4,4 Schließtage liegen weit unter dem österreichischen Schnitt von 22 Tagen, die Eltern jedes Jahr ohne Betreuungseinrichtung auskommen müssen. Bei den täglichen Öffnungszeiten zeigt sich folgendes Bild: Drei Viertel der Wiener Einrichtungen haben bis 17:00 Uhr oder länger Betrieb. Österreichweit betrachtet sind es nur 43 Prozent – 57 Prozent schließen also bereits vor 17 Uhr ihre Pforten.

Problematisch ist die Situation vor allem in den Kindergärten in einigen Bundesländern: In Oberösterreich haben nur 14 Prozent der Kinder zwischen 3 und 5 Jahren einen Platz, wo sie bis zumindest bis 17 Uhr betreut werden. In Niederösterreich und Tirol sind es jeweils nur 17 Prozent.

Dazu Moritz: „Hier werden im doppelten Sinne Chancen vergeben. Für Frauen mit Kindern ist es weiter schwierig, einer Erwerbstätigkeit mit einem relevanten Arbeitszeitausmaß nachzugehen. Und bei den Kindern selbst wird die Möglichkeit der Frühförderung verschenkt, die nachweislich zu besseren Bildungs- und Erwerbskarrieren führt.“

Forderung

Die AK verlangt daher nachhaltige Anstrengungen beim Ausbau der Kinderbetreuung. Die Bundesmittel zur Anstoßfinanzierung laufen mit 2017 aus. „Es braucht dringend eine Fortsetzung dieser Finanzierung durch den Bund, um den Ausbau der Plätze für unter 3-Jährige und eine Verbesserung der Öffnungszeiten zu unterstützen“, fordert AK Expertin Moritz. Zudem müssen Gemeinden, die ein gutes Angebot bereitstellen, bei den laufenden Kosten unterstützt werden. Moritz: „Die langfristige Belastung durch die Personalkosten oder Instandhaltung darf nicht dazu führen, dass die Kommunen vor dem wichtigen Ausbau in der Elementarbildung zurückscheuen.“

Zudem hat die Kinderbetreuung auch einen positiven Beschäftigungseffekt – wie das Wachstum der MitarbeiterInnen in diesem Bereich zeigt: Derzeit arbeiten 62.000 Personen in der Kinderbetreuung – doppelt so viele wie vor 16 Jahren. 

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