Mutter mit Sohn im Homeoffice © Jacob Lund, stock.adobe.com
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6.11.2020

Home Office und Kinderbetreuung lassen sich nicht gut vereinbaren

In einer Studie der Wirtschaftsuni Wien wurde erhoben, wie sich die Ausgangsbeschränkungen, Schul- und Kindergartenschließungen im Frühjahr 2020 auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ausgewirkt haben. Dazu wurden in einer Online-Befragung 2.113 ÖsterreicherInnen, darunter etwas mehr als 1.000 WienerInnen, befragt. 

Frauen übernehmen auch im Lockdown Großteil der Kinderbetreuung

Frauen und Männer gaben an, während der Ausgangsbeschränkungen zwischen 11 und 15 Stunden pro Tag gearbeitet zu haben. Alleinerzieherinnen kamen mit knapp 15 Stunden auf die höchste Stundenanzahl, wobei sie davon 9 Stunden unbezahlte Kinderbetreuung und Hausarbeit verrichteten. Ein ähnliches Ausmaß an unbezahlter Arbeit verrichteten Mütter in Paarhaushalten mit Kindern unter 15 Jahren; sie arbeiteten 14,5 Stunden – 9,5 davon unbezahlt. Väter in Paarhaushalten arbeiteten knappe 13,75 Stunden und davon 7 unbezahlt. Am ehesten gleichverteilt waren bezahlte und unbezahlte Arbeit zwischen Vollzeit arbeitenden Paaren ohne Kinder.

Eine Mutter bringt es auf den Punkt: „Ich kann gar nicht sagen, wie unmöglich es ist, Kinderbetreuung und Home Office zu vereinbaren“.    

Home Office neben den Kindern

Der größte Teil der Frauen im Home Office (ca. 38 %) gab an gaben an, die Kinder während der Erwerbsarbeitszeit im selben Raum zu beaufsichtigen. Wenig überraschend ist deshalb der Befund, dass Frauen weniger häufig angaben, sich im Home Office auf ihre Arbeit konzentrieren zu können als Männer. Auch der Aussage, dass sich im Home Office Arbeit und Freizeit besser vereinbaren lassen, stimmen Frauen in Paarhaushalten mit Kindern weniger zu als Männer.

Grafik © Wirtschaftsuni Wien

Die Antworten von Männern und Frauen unterschieden sich am deutlichsten in der Frage der Vereinbarkeit von Home Office und Freizeit/Familienleben: So stimmten der Aussage „Es fällt mir leicht, meine Freizeit, Arbeit und Haushalts-/Betreuungsaufgaben zu vereinbaren” fast drei Viertel der Frauen eher nicht oder gar nicht zu, während dieser Anteil bei den Männern nur die Hälfte betrifft. Der Aussage „Ich komme besser mit meinen Kindern zurecht, wenn ich für die Arbeit die Wohnung verlasse und nicht im Home-Office arbeite” stimmten fast 70% der Frauen zu, während es bei den Männern nur etwa 40% waren. Am höchsten war die Zufriedenheit mit dem Home Office bei Singles und Paaren ohne Kinder.


Grafik © Wirtschaftsuni Wien

Den Kurzbericht der Studie finden Sie hier

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