3.3.2014
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Vereinbarkeit von Beruf und Familie: „Rahmenbedingungen für eine gerechte Arbeitsteilung“

„Tausende Menschen in Österreich stehen vor der Frage: Wie bekomme ich meine Berufstätigkeit und die Kinderbetreuung unter einen Hut. Genauer gesagt: vor allem die Mütter müssen dieses Problem lösen“, sagt AK Präsident Rudi Kaske.

„Vereinbarkeit von Beruf und Kindererziehung ist für die klare Mehrheit der Familien Thema, wie die Studie zeigt. Der Alleinverdienerhaushalt ist nur ein Modell für eine Minderheit“, so Kaske. Mehr als dreiviertel der Befragten, die in Paarhaushalten mit Kindern unter 12 Jahren leben, geben an, dass auch der Partner oder die Partnerin erwerbstätig ist.

Die Studie zeigt aber auch: Erwerbsarbeit und unbezahlte Kinderbetreuungsarbeit wird zwischen Eltern noch immer sehr ungleich aufgeteilt. Kaske: „Damit Eltern eine gerechte Arbeitsteilung schaffen, sind die Rahmenbedingungen im Betrieb nicht immer günstig. Die Unterstützung und die Anreizsysteme vonseiten der Politik reichen nicht aus.“

„Die überwältigende Mehrheit der Mütter ist berufstätig. Es wird Zeit, dass die Leistungen dieser Frauen auch im Betrieb gebührend anerkannt werden. Ich fordere hier mehr Respekt vor den Leistungen der Arbeitnehmerinnen.“

Die Politik muss die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass auch Mütter einem existenzsichernden Erwerb nachgehen können und Anreize setzen, dass Eltern sich Erwerbs- und unbezahlte Arbeit gerechter aufteilen.

Forderung
  • Das Angebot an hochwertiger und flächendeckender sozialer Infrastruktur, die Vollzeitarbeit ermöglicht, rasch und zügig auszubauen: Ausbau der Kinderbetreuung und der Ganztagsschulen. Das Betreuungsangebot vom Kindergarten bis zur Schule muss auch ganzjährig gewährleistet sein.
  • Vorzug von Teilzeitkräften bei der Besetzung von Vollzeitstellen bzw. Stellen mit einem höheren Stundenausmaß. Führungspositionen auch für Teilzeitkräfte.
  • Bezahlung des Mehrarbeitszuschlags für Teilzeitkräfte ab der 1. Stunde und ohne Durchrechnung.
  • Beratungsangebote für Unternehmen zur Entwicklung familienfreundlicher Arbeitszeitmodelle.
  • Ausdehnung des Rechtsanspruches auf Elternteilzeit für alle Beschäftigen – auch in Betrieben mit weniger als 21 ArbeitnehmerInnen.
  • Förderung der Väterbeteiligung an der Betreuungsarbeit: Förderung der Väterkarenz auf betrieblicher Ebene; Einführung eines Papamonats; gesetzlicher Anreiz für eine gleichwertige Aufteilung der Betreuungsarbeit. Beim Kinderbetreuungsgeldkonto soll es finanzielle Anreize geben wie z.B. in Schweden mit dem Gleichstellungsbonus, bei dem die Eltern, die die Elternzeit gleichwertig untereinander aufteilen, einen zusätzlichen Bonus zusätzlich zum Elterngeld erhalten.
  • Bessere Unterstützung von AlleinerzieherInnen: Die Ergebnisse zeigen insbesondere bei den Alleinerzieherinnen einen deutlich höheren Bedarf an Unterstützung. Besonders wichtig ist ein ganztägiges Angebot sowie eine ausreichende Betreuung in den Ferien. AlleinerzieherInnen sollen hier vorrangig zum Zug kommen.
  • Unbedingter Anspruch auf zwei Wochen Pflegefreistellung pro Jahr für Kinder bis zum 12. Lebensjahr. Derzeit besteht Anspruch auf eine zweite Woche Pflegefreistellung nur dann, wenn das Kind neuerlich erkrankt ist.

Die Studie „Vereinbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung - Betriebliche Rahmenbedingungen aus Sicht berufstätiger Eltern“ wurde von L & R Sozialforschung erstellt. Basis ist eine repräsentative telefonische Befragung von rund 570 Beschäftigten aus der Privatwirtschaft in ganz Österreich von Juni bis Oktober 2013, die mit zumindest einem Kind unter 12 Jahren im gemeinsamen Haushalt leben.

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