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CSR-Standard: AK warnt vor Etikettenschwindel

„Zwar ist es dem Grundsatz nach zu begrüßen, dass mit der ISO 26000 erstmals ein weltweites Konzept von gesellschaftlicher Verantwortung auf globaler Ebene vorliegt. Da die darin enthaltenen Mindestanforderungen unverbindlich bleiben, können sich Unternehmen die Rosinen herauspicken und mit dem Label „CSR“ schmücken, ohne dass dahinter ein ernst gemeintes Engagement stecken müsste“, kritisiert Elisabeth Beer von der Abteilung EU und Internationales der AK Wien.

Mit dem Begriff „ISO-Norm“ verbindet man im Allgemeinen ein qualitätsgeprüftes Verfahren, doch im Falle von ISO 26000 werden nur Empfehlungen ausgesprochen. Ein unverbindlicher Leitfaden sagt indes nichts darüber aus, ob sich ein Unternehmen an eine so wichtige Voraussetzung von sozialer Verantwortung wie das Zulassen von gewerkschaftlicher Tätigkeit im Betrieb hält oder nicht.

Zahnloser Leitfaden „ISO 26000“

Mit der Norm ISO 26000 „Guidance on Social Responsibility“ hat die International Standards Organization (ISO) einen Leitfaden erstellt, der so genanntes gesellschaftlich verantwortliches Handeln für alle Arten von Organisationen definiert und dafür eine Reihe von Empfehlungen bereitstellt.

Die Arbeiterkammer kritisiert, dass nur ein zahnloser Leitfaden erarbeitet wurde. Zwar werden Mindesterwartungen wie das Einhalten von nationalen Gesetzen und internationaler Normen genannt. Auch werden Kernthemen für soziale Verantwortung wie z.B. Menschenrechte, Arbeitspraktiken, Umwelt, Faire Betriebs- und Geschäftspraktiken oder Konsumentenbelange behandelt.

„ISO 26000“ verspielt seine Glaubwürdigkeit

Bei der konkreten Auswahl der verschiedenen Aktivitäten im Bereich der gesellschaftlichen Verantwortung haben die Organisationen allerdings weitgehend freie Hand. Somit können sie den Umfang gesellschaftlicher Verantwortung letztlich aus freien Stücken selbst definieren. Ebenso frei gestaltbar ist die Erstellung von Berichten. Damit hat ISO 26000 seine Glaubwürdigkeit verspielt.

Außerdem sind die darin aufgeführten Empfehlungen unterhalb des Niveaus der österreichischen Regelungen. Bedauerlich ist auch, dass Betriebsräte bzw. die ArbeitnehmerInnenvertretung im Allgemeinen nicht zwingend in der Erarbeitung von CSR-Standards eines Unternehmens einbezogen werden müssen. In die Arbeiten zu ISO 26000, die im Jahr 2004 begannen, wurden verschiedene gesellschaftliche Gruppierungen einbezogen. In Österreich hat sich eine Allianz aus VertreterInnen von ArbeitnehmerInnen, KonsumentInnen und NGOs herausgebildet, darunter die Arbeiterkammer Wien, und den jahrelangen Prozess kritisch begleitet.

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