20.3.2019

AK Studie zeigt schwierige Arbeits­bedingungen an Hoch­schulen

Eine neue Studie vom IFES-Institut und dem NPO-Institut der WU-Wien im Auftrag der AK Wien zeigt die schwierigen Arbeits­bedingungen – ins­besondere für das wissen­schaftliche Personal – an Wiener Hoch­schulen. Die durch­schnittliche Wissen­schaftlerin, der durch­schnitt­liche Forscher steht bereits im fünften (!) befristeten Arbeits­verhältnis. Befragt wurden 2.500 Arbeit­nehmer­Innen, 91 Prozent an Universitäten und 9 Prozent an Fachhochschulen.

Grafik © Tea Mina Jaramaz


Weg mit den Ketten­arbeits­verträgen!

AK Präsidentin Renate Anderl fordert: „So kann man mit Menschen nicht umgehen. Weg mit den Ketten­arbeits­verträgen an den Unis! Das stärkt auch die Mitbestimmung des Mittelbaus, die mit dem Uni­versitäts­gesetz 2002 praktisch zur Gänze abgeschafft wurde, indem Uni-Angestellte mit befristeten Arbeits­verträgen de facto ausgeschlossen wurden.“ Befristete Arbeits­verträge sollen nur mehr für einen tatsächlich vorüber­gehenden Arbeits­bedarf eingesetzt werden und nicht für die reguläre Arbeit an Hoch­schulen missbraucht werden.

70 Prozent vergeben die Schulnote 3-5 für Karriere­möglich­keiten und Berufs­aussichten.

Mehr als die Hälfte mittel bis stark belastet

Mehr als die Hälfte fühlt sich mittel bis stark belastet durch die prekären Arbeits­verhältnisse. An den Wiener Universitäten haben 49 Prozent der Befragten (wissenschaftliches und allgemeines Personal) ein befristetes Arbeits­verhältnis, an den Fach­hoch­schulen sind es 26 Prozent. Der österreich­weite Uni-Bericht des Ministeriums von 2017 weist sogar eine sogar noch höhere Zahl an Befristungen für das wissen­schaftliche Personal auf. 

Die berufliche Tätigkeit wird insgesamt aufgrund des interessanten Arbeits­inhalts als positiv bewertet. Ebenso die Möglichkeit, über Arbeits­abläufe selbst zu bestimmen. Wenig bis gar nicht zufrieden bewertet werden Aufstiegs-, Karriere- und Entwicklungs­möglich­keiten, die Mit­bestimmungs­möglichkeiten sowie das Einkommen.

  zufrieden bis sehr zufrieden    mittel   wenig bis gar nicht zufrieden
Berufl. Tätigkeit insg.                    74% 16% 5%
Autonomie 74% 13% 11%
Karrieremöglichkeiten                   25% 27% 47%
Mitbestimmung      27% 33% 39%
Einkommen  42% 31% 27%

(Befragte an Universitäten)

Als beschwerlich empfinden die Hoch­schul­beschäftigten Zeitdruck und Stress, die unsichere berufliche Perspektive und eine schlechte Kommunikations­kultur. JedeR Dritte nennt auch die prekäre finanzielle Situation als belastend. Bei der offenen Frage nach belastenden Arbeits­umständen wurden an erster Stelle Ketten­arbeits­verträge am häufigsten genannt.

                  Gar nicht bis wenig       mittel   belastet bis stark belastet
Zeitdruck und Stress                    27% 29% 44%
Unsichere berufl. Perspektive 45% 12% 42%
Schlechte Kommunikation 37% 28% 33%
Prekäre finanzielle Situation 32% 17% 30%

(Befragte an Universitäten)

An den Fach­hoch­schulen sind die Ergebnisse ähnlich, die negativen Be­wertungen jedoch schwächer ausgeprägt. Das wissen­schaftliche Personal weist gegenüber dem administrativ-allgemeinen Personal eine höhere Arbeits­belastung auf.

Kontakt

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Prinz Eugenstraße 20-22
1040 Wien

Telefon: +43 1 50165-0

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