19.2.2020

Schlechte Ausbildungsbedingungen für jeden 3. Lehrling

Die neue Bundesregierung plant die „Aufwertung der Lehre“ und will „die betriebliche Lehrausbildung stärken“. Nach Auffassung von Arbeiterkammer (AK), Gewerkschaftsbund (ÖGB) und Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) ist das richtig. Sie halten es für positiv, dass die Lehre attraktiver gemacht werden soll. Dazu bringen sie ihren 3. österreichischen Lehrlingsmonitor ein. 

Über 5.000 Lehrlinge befragt

Das Österreichische Institut für Berufsbildungsforschung hat dafür die Angaben von 5.253 Lehrlingen im letzten Lehrjahr ausgewertet. Die Lehrlinge sind entscheidende Stakeholder in der Lehrausbildung. Für zwei von drei Lehrlingen sind die Lehr- und Lernbedingungen im Betrieb ok. Bei gut einem Drittel der Lehrlinge haben die Lehrbetriebe aber nach wie vor Aufholbedarf.

Ein Drittel muss oft arbeitsfremde Tätigkeiten verrichten

Insgesamt ergibt der dritte Lehrlingsmonitor praktisch keine Verbesserungen im Vergleich zur vorherigen Untersuchung im Jahr 2017. Weiterhin sagt fast ein Drittel der befragten Lehrlinge, es müsse immer oder häufig ausbildungsfremde Tätigkeiten leisten. Weiterhin muss knapp ein Drittel der Lehrlinge Überstunden machen – und zwar unabhängig vom Alter, obwohl Überstunden von unter 18-Jährigen verboten sind. Und weiterhin sind knapp drei Viertel schon einmal krank arbeiten gegangen.

Fast die Hälfte will Beruf nach Ausbildung wechseln

Im Ergebnis wollen vier von zehn Befragten nicht im Lehrbetrieb bleiben – fast die Hälfte davon auch nicht im Beruf. Insgesamt ist die Zustimmung zum Verbleib im erlernten Lehrberuf mit 71 Prozent höher als die Zustimmung zum Verbleib im Betrieb (62 Prozent).

Vorschläge für bessere Ausbildungsqualität 

ÖGB, ÖGJ und AK kritisieren, dass die Wirtschaft über Fachkräftemangel klagt, aber nichts an den Ausbildungsbedingungen ändert. Sie haben ein Programm für Ausbildungsqualität – im Interesse der Jugendlichen und damit auch der Wirtschaft. Sie wollen die gesetzliche Einführung eines Qualitätsmanagements für die Berufsausbildung.

Gesicherte Qualität gibt es zum Beispiel durch verpflichtende regelmäßige Weiterqualifizierung der AusbildnerInnen, einen Ausbildungsplan, eine Dokumentation der Ausbildung und regelmäßige Überprüfung des Ausbildungsfortschritts.

Außerdem fordern ÖGB, ÖGJ und AK die Zertifizierung von Lehrbetrieben auf Grund von Qualitätsnormen, regelmäßige Überprüfungen, ob die Normen eingehalten werden, und einen Kompetenzcheck mit einem Feedback an Lehrlinge und Lehrbetriebe während der Ausbildung.

3. LEhrlingsmonitor 

Mehr Infos zum 3. Lehrlingsmonitor finden Sie hier... 

Kontakt

Kontakt

Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien

Prinz Eugenstraße 20-22
1040 Wien

Telefon: +43 1 50165-0

- erreichbar mit der Linie D -