26.2.2019

AK-Umfrage zur Ferien­betreuung von Schul­kindern: Oft springt die Oma ein

Fast die Hälfte der Wiener Eltern von Volksschulkindern braucht in den Sommerferien bei der Kinderbetreuung die Unterstützung von Groß­eltern, anderen Verwandten oder Bekannten. Das ergibt eine AK-Umfrage unter 800 Familien mit Volksschulkindern in Wien.

Sie nützen allerdings auch die Angebote in den Campusschulen und den Horten, die durchgängig geöffnet haben – bei diesen Angeboten ist Wien österreichweit Spitzenreiter. Die Arbeiterkammer unterstützt die Eltern. Melitta Aschauer, Leiterin des Bereichs Bildung in der AK Wien: „In den Ferien soll es beste Programme für die Kinder geben, und Beruf und Familie dürfen kein Widerspruch sein.“ 

„Wie leicht oder wie schwer war es für Sie, die Betreuung während der ganzen Sommerferien zu organisieren?“, fragte das Meinungsforschungsinstitut Ifes 800 Wiener Familien mit Volkschulkindern von Oktober bis Dezember 2018. Das Ergebnis: 22 Prozent der Eltern hatten es sehr schwer, 26 Prozent eher schwer. Wobei zwei Drittel der Befragten (66 Prozent) externe Betreuung für ihre Kinder organisierten. Spitzenreiter in externer Betreuung sind mit 41 Prozent aller Befragten die Großeltern oder Bekannte. 

Hohe Kosten

Vergleichsweise selten können Familien für ihre Volks­schul­kinder Feriencamps (20 Prozent), eine Hort­betreuung (17 Prozent) oder schulische Betreuung nutzen (10 Prozent). Insgesamt haben sie auch verhältnismäßig hohe Kosten. Fast neun von zehn Befragten (85 Prozent) haben Ausgaben für die Ferien­betreuung ihrer Kinder. Sie zahlen im Schnitt während der ganzen Sommer­ferien 450 Euro. Das ist für knapp zwei Drittel (59 Prozent) derer, die zahlen, eine sehr oder ziemlich große Belastung. 

Hilfreich wäre es nach Auffassung der Befragten, selbst mehr Urlaub zu haben (49 Prozent), dass es günstigere Betreuungsangebote gibt (46 Prozent) oder mehr Betreuungsangebote in den Ferien an der Schule (31 Prozent). Die Arbeiterkammer unterstützt die Familien. Melitta Aschauer: „In Wien gibt es bereits gute Angebote – in den Campusschulen, in den Horten, die durchgängig geöffnet haben, und in Camps. Mehr davon wäre gut.“ 

Schließlich soll es in den Schulferien „beste Programme für die Kinder geben, und Beruf und Familie dürfen kein Widerspruch sein“, so Aschauer. Auch die Wirtschaft soll die Bedürfnisse der Eltern bei der Urlaubsplanung berücksichtigen.

Forderung

Die Arbeiterkammer setzt sich gemeinsam mit den Gewerkschaften für die leichtere Erreichbarkeit der sechsten Urlaubswoche ein. 


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