11.8.2016
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AK Elementarbildungs-Index: Große Unterschiede zwischen den Bundesländern

Die Situation in der Kinderbetreuung und –bildung ist je nach Bundesland höchst unterschiedlich – sowohl was das Angebot an Plätzen für unterschiedliche Altersgruppen anlangt, als auch hinsichtlich der täglichen, wöchentlichen und jährlichen Öffnungszeiten. Um diese Vielfalt in einer übersichtlichen Form darzustellen, hat die AK Wien den Elementarbildungs-Index entwickelt. Dieser zeigt ein deutliches Bild: Wien ist bei der Elementarbildung österreichweit klar die Nummer eins. Die Schlusslichter sind die Steiermark, Vorarlberg und - an letzter Stelle - Oberösterreich. Soll, wie von Familienministerin Karmasin vorgeschlagen, ein Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz eingeführt werden, gibt es in diesen Bundesländern noch großen Aufholbedarf. Bei der Deckung dieses Bedarfs ist es aber auch entscheidend, die Voraussetzungen zu schaffen, dass diesem Bedarf entsprochen wird, ohne dass die Qualität darunter leidet.

Ländern müssen Geld abholen 

Mit den Bundesmitteln für den Ausbau wurde ein wichtiger Schritt in diese Richtung gemacht, allerdings müssen die Länder das Geld auch abholen. Zusätzlich braucht es eine nachhaltige Sicherstellung der Finanzierung der laufenden Kosten, wie sie die AK mit dem Modell für einen aufgabenorientierten Finanzausgleich in der Elementarbildung vorgeschlagen hat. Dieser Ansatz muss jetzt Eingang in den neuen Finanzausgleich 2017 finden, sonst ist eine große Chance wieder auf Jahre vertan. Und nicht zuletzt braucht es einen bundeseinheitlichen Qualitätsrahmen, der sicherstellt, dass alle Kinder vom Boden- bis zum Neusiedlersee eine hochwertige Betreuung und Frühförderung bekommen.

Der AK-Elementarbildungs-Index

Gerade in der Ferienzeit wird für viele Eltern wieder schmerzlich spürbar: Die Öffnungszeiten von Kinderbetreuungs- und –bildungseinrichtungen erfüllen oft nicht die Bedürfnisse der Familien – vor allem dann, wenn beide Elternteile erwerbstätig sind. Zu kurze tägliche Öffnungszeiten, keine Verpflegung der Kinder am Betreuungsplatz oder lange Schließzeiten in den Ferien sind Probleme, mit denen sie häufig konfrontiert sind. In  manchen Regionen ist es sogar schwierig, überhaupt einen Krippen- oder Kindergarten-Platz zu bekommen.

Viele Faktoren sind relevant für die Frage, ob das Angebot an elementarer Bildung den Bedürfnissen der Familien gerecht wird. Um jedenfalls einmal die Faktoren Platzangebot sowie Öffnungszeiten bei den Kindertagesheimen übersichtlich zusammenzufassen, hat die AK Wien den Elementarbildungs-Index entwickelt. Dieser berücksichtigt neben den Betreuungsquoten auch, inwieweit das Angebot mit einer Vollzeiterwerbstätigkeit der Eltern vereinbar ist. 

Maximal 100 Punkte sind zu holen

Maximal können 100 Punkte erreicht werden. Das wäre der Fall, wenn alle Kinder zwischen 0 und 6 Jahren einen Betreuungsplatz hätten, der Eltern eine Vollzeiterwerbstätigkeit ermöglicht. Letzteres erfordert, dass die Einrichtung mindestens 45 Stunden in der Woche geöffnet ist, dort Verpflegung angeboten wird und die Schließtage maximal 5 Wochen im Jahr betragen.

Das Ergebnis

Wien liegt mit 65 Punkten mit großem Vorsprung auf Platz eins, gefolgt vom Burgenland (40 Punkte) und Tirol (38 Punkte). Knapp dahinter im Mittelfeld befinden sich Salzburg und NÖ mit jeweils 37 Punkten, sowie Kärnten mit 36. Die Schlusslichter bilden die Steiermark (35), Vorarlberg (34) und Oberösterreich (33). 

Nicht berücksichtigt: Tageseltern

Tageseltern konnten im Index nicht berücksichtigt werden, da hier keine detaillierten Daten zur Verfügung stehen. Allerdings macht diese Betreuungsform österreichweit nur 3 Prozent des Gesamtangebotes aus.

Sommer-Nachhilfe kostet im Schnitt 450 Euro

Nachhilfe kaum leistbar: Die soziale Benachteiligung von Kindern aus Familien mit wenig Einkommen geht auch in der schulfreien Zeit weiter.

Arbeitsbedingungen in Kindergärten & Krippen

In einer AK Studie wurden Elementarpädagogen zu Herausforderungen des Arbeitsalltags und was dies für das Wohlergehen der Kinder bedeutet, befragt.

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