Bauarbeiter mit gelbem Schaufelbagger © Daniel Ernst, stock.adobe.com
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24.3.2022

So muss Sozialstaat – damit es der beste Sozialstaat der Welt wird

In der Corona-Krise hat unser Sozialstaat gezeigt, was er kann – aber auch, wo wir ihn verbessern müssen. Die AK will dazu beitragen, dass Österreich den besten Sozialstaat der Welt bekommt. Dafür suchen wir gute Ideen, internationale Beispiele und interessante Projekte.

Bis Herbst 2023 wird die AK Wien das Thema Sozialstaat aus verschiedensten Perspektiven und mit unterschiedlichen Schwerpunkten beleuchten – immer mit dem Ziel, Wege zu finden, damit wir 2030 den besten Sozialstaat der Welt haben. 

Ein sozialer Staat ist ein echtes Multitalent

Er sorgt für Absicherung in herausfordernden Lebenslagen. Er ermöglicht die Teilhabe von Gruppen, die es schwerer haben. Vom Sozialstaat profitieren wir alle – über Kinderbildungseinrichtungen bis zur Pension, von guten Bildungsmöglichkeiten für die Kleinsten, bis zur Pflege der Älteren.

Ein sozialer Staat leistet einen großen Beitrag zum soziale Frieden & gesellschaftlichen Zusammenhalt. Und in Krisenzeiten wirkt er stabilisierend.  Mehr ...

Der Sozialstaat hat den unfreiwilligen Stresstest in der Pandemie wieder gut bestanden: Durch die von den Sozialpartnern ausgehandelte Kurzarbeit konnten viele Arbeitsplätze erhalten bleiben. Im Vergleich zu anderen Staaten schlug sich auch unser Gesundheitssystem sehr gut. 

Aber die Krise hat auch deutlich gemacht, wo es Verbesserungsbedarf gibt. Im Falle von Arbeitslosigkeit fällt man dank des Arbeitslosengelds nicht ins Bodenlose. Aber das Geld, das man in solchen Fällen bekommt, ist sehr knapp bemessen.

AK Präsidentin Renate Anderl © Sebastian Philipp
AK Präsidentin Renate Anderl © Sebastian Philipp


„Die Pandemie hat sich längst zu einer sozialen Krise ausgeweitet, in der gesellschaftliche Ungleichheiten stärker sichtbar wurden. Jetzt muss Armut bekämpft und ein gutes Leben für alle in den Vordergrund des Handelns der Bundesregierung gerückt werden. Die Arbeiterkammer sieht daher ihre Forderung nach einem höheren Arbeitslosengeld als besonders dringlich“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl.


So stärken wir den Sozialstaat

Für die AK sind Stärkung und Ausbau des Sozialstaates in vielen Bereichen unerlässlich: „Die Bundesregierung hat viele Bereiche viel zu lange vernachlässigt. Wir brauchen dringend mehr Personal und Geld in der Pflege, in den Kindergärten, in den Schulen, im Kampf gegen die Klimakrise. Die öffentliche Hand hat hier eine wesentliche Verantwortung, diese wichtigen Ressourcen bereitzustellen und damit Beschäftigung zu schaffen“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl.  

Der Sozialstaat muss auch wichtige Aufgaben und eine Vorreiterrolle übernehmen, die bisher nicht oder zu wenig wahrgenommen wurden. Das beginnt bei den Kindergärten und betrifft auch den notwendigen sozial-ökologischen Umbau des Wirtschaftens.  


4 Kommentare zu diesem Artikel

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4 Kommentare zu diesem Artikel

Sybille Pirklbauer 01.04.2022 10:35:40

Wichtige Kampagne

Vielen Leuten ist gar nicht bewusst, wie wichtig der Sozialstaat für sie ist: Arztbesuch, Kindergartenplatz, Schule, Pensionen, Arbeitslosengeld, Familienbeihilfe, mobile Pflege und und und
Wir würden alle lieb ausschauen, wenn es den Sozialstaat nicht gäbe!

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Arno Niesner 28.03.2022 16:32:00

Die Mittelschicht überzeugend umwerben

Bitte weiterhin die mittlerweile jahrzehntealten Hinweise von Ulrike Herrmann beachten: https://twitter.com/ArnoNiesner/status/1465990698910601217

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Doris 24.03.2022 11:12:32

Ich möchte abgesichert bleiben

Arbeitslos wird man schneller als man denkt. Ich weiß wovon ich rede. Wenn das Arbeitslosengeld aus ist, wirds echt knapp. Da darf nicht einmal mehr die Waschmaschine kaputt werden. Reparatur ist nicht mehr drin.

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1 Antwort
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Antwort auf Doris 24.03.2022 11:12:32

Michael Mayer 24.03.2022 11:15:26

Arbeitslosengeld rauf!

Liebe Doris, du hast Recht: wenn der Job weg ist, wirds mit dem Geld leider schneller knapp als einem lieb ist. Arbeitslosigkeit darf aber nicht zu Armut führen - daher fordert die AK ein Arbeitslosengeld von 70%!

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Telefon: +43 1 50165-0

- erreichbar mit der Linie D -