Geschäftsmann hilft einem armen alten Mann aufzustehen © alfa27, stock.adobe.com
© alfa27, stock.adobe.com
7.10.2022

Gerechte Finanzierung des Sozialstaats

Der 5. AK Wohlstandsbericht zeigt es deutlich: Die Teuerungs- und Inflationskrise kratzt am Wohlstand in Österreich. Mittlerweile haben die Hälfte der heimischen Haushalte laut der Studie keine finanziellen Polster, um die Kostenexplosion abfedern zu können. Dadurch wird die Vermögensungleichheit vergrößert: Dabei besitzen jetzt bereits nur fünf Prozent der reichsten Österreicher:innen 55 Prozent des gesamten Vermögens. 

Vermögen ungleich verteilt

Auf der Seite So reich ist Österreich wird sehr plastisch gezeigt, wie ungleich Vermögen in Österreich verteilt ist: soreichistoesterreich.ak.at

Finanzierung des Staates ungerecht aufgeteilt

Doch nicht nur die Vermögensverteilung ist ein Problem, auch die Finanzierung des Staates ist ungerecht aufgeteilt: Derzeit tragen Massensteuern auf Konsum und Arbeit – die von den Vielen getragen werden – knapp 85 Prozent zum Staatshaushalt bei. Aus vermögensbezogenen Steuern fließen indes gerade einmal 1,4 Prozent in das Steueraufkommen. Das ist im internationalen Vergleich gesehen sehr, sehr wenig. 

Grafik © AK
Bild teilen


Vermögen höher besteuern!

Aus Sicht der AK ist es höchste Zeit für eine höhere Besteuerung von Vermögen. Denn der beste Sozialstaat der Welt ist solide finanziert und im besten Sozialstaat der Welt tragen die Reichen mehr als bisher zur Finanzierung bei. Denn schließlich profitieren auch sie von den Leistungen und von der Sicherheit. Wie Vermögende mehr zum Funktionieren des Sozialstaats beitragen können, lesen Sie hier ...

Grafik © Tea Mina Jaramaz
Bild teilen © Tea Mina Jaramaz


Steuerlücke schließen!

Höchste Zeit ist es auch, dass Steuerlücken mehr geschlossen werden. Würden alle Unternehmen und Menschen ihre Steuern korrekt bezahlen, hätte der österreichische Staat jedes Jahr 12 bis 15 Milliarden Euro mehr zur Verfügung. Das sind 6,5 bis 8,5% aller Steuern und Abgaben im Jahr 2021. 

Mehr Infos gibt es hier wien.arbeiterkammer.at/steuerluecke 

Fette Managergagen

Eine massive Kluft gibt es auch bei der Verteilung der Einkommen: Dass Manager:innen in nur neun (!) Tagen so viel verdienen wie die Mehrheit in einem ganzen Jahr, ist ungerecht. Die Vorstandsvergütung hat sich in den vergangenen Jahren deutlich vom übrigen Lohn- und Gehaltsgefüge in den Unternehmen abgekoppelt.

Es müssen Lehren aus dieser Fehlausrichtung der Vergütungssysteme gezogen werden. Es braucht wieder eine angemessene Relation zwischen den Managergehältern und der Belegschaft. Dafür muss der Aufsichtsrat sorgen. Und: Gerade in Zeiten der Krise wäre ein Verzicht auf Bonuszahlungen ein Akt der Solidarität. 

Kontakt

Kontakt

Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien

Prinz Eugenstraße 20-22
1040 Wien

Telefon: +43 1 50165-0

- erreichbar mit der Linie D -