Schüler liest ein Buch © Robert Kneschke, stock.adobe.com
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7.9.2022

Bessere Schule, bessere Chancen

Österreichs Schulsystem ist extrem ungerecht: Denn Geld, Bildung und Herkunft der Eltern entscheiden über den Schulerfolg der Kinder. Im besten Sozialstaat der Welt wäre das anders: Schule wäre nicht so stark von den finanziellen Möglichkeiten und den Ressourcen der Eltern abhängig. Schule wäre ein guter Ort für Kinder, Leher:innen und Eltern – ein Ort, an den man gerne hingeht und einen guten Arbeitsplatz und gute Arbeitsbedingungen hat.

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Ideen für eine bessere Schule 

  • Stärken fördern statt Fokus auf Schwächen
    Kinder und Jugendliche beschäftigen sich viel zu viel mit ihren Schwächen, die Stärkenförderung bleibt dabei meist auf der Strecke. Oft reicht eine einzige Schwäche zum Beispiel in Mathematik aus, um eine ganze Schullaufbahn zu vermiesen. Natürlich muss jede und jeder lesen, schreiben und rechnen können. Daneben braucht es aber viel mehr Fokus auf die Talente und Stärken der Kinder und Jugendliche.

  • Gute Schulausstattung statt Privatisierung 
    Die Kosten für den Schulbesuch und Schulerfolg sind enorm. Eltern zahlen jedes Jahr Millionen für Nachhilfe, Schulmaterialien und Schulveranstaltungen. Schulen müssen so ausgestattet und organisiert sein, dass der Schulerfolg unabhängig vom Geld der Eltern erreicht werden kann. Das bedeutet gerade in Schulen mit großen Herausforderungen mehr Lehrer:innen, mehr Schulsozialarbeiter:innen usw.

  • Ganze Schule statt Halbtagsunterricht 
    Lernen und die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ist weit mehr als die Kernfächer. Freizeiteinheiten sind gerade zur Interessens- und Stärkenförderung wichtig. Sie brauchen ihren Platz in der Schule, daher soll jede und jeder die Möglichkeit haben eine gute Ganztagsschule zu besuchen. Kinder und Jugendliche können dort umfassend gefördert werden und Eltern ihrer Berufstätigkeit nachgehen, ohne zu unfreiwilligen Nachhilfelehrer:innen zu werden.

  • Mehrsprachigkeit als Chance
    Kinder und Jugendliche die eine andere Erstsprache als Deutsch sprechen haben oftmals Schwierigkeiten in der Schule erfolgreich zu sein. Es braucht gute Rahmenbedingungen um sowohl Deutsch als Zweitsprache als auch die Erstsprache gut zu lernen. D.h. integrative Sprachenförderung für in Österreich aufgewachsene Kinder, parallele Förderung in gutem Betreuungsverhältnis für Quereinsteiger:innen. Wichtig ist viel Austausch mit Gleichaltrigen, die Deutsch als Erstsprache sprechen – denn darin lernt man Sprache am schnellsten. Dann wäre es möglich, dass eine andere Erstsprache eine Stärke und kein Hindernis ist.

  • Hoher Stellenwert der Beruflichen Bildung 
    Die berufliche Bildung mit der Lehre sowie HTLs und BMHSen ist die Stärke des österreichischen Schulsystems, doch seit Jahrzehnten wurde hier bildungspolitisch nicht weitergedacht. Die BMHS Standorte gehören dringend ausgebaut, damit jede und jeder Jugendliche, der will, eine HTL absolvieren kann. Wir müssen uns heute um die Fachkräfte von morgen kümmern.

  • Elementarbildung von Anfang an
    Die Elementarbildung in den Kindergärten muss Betreuungssicherheit bieten aber auch die erste Bildungseinrichtung sein. Die Rahmenbedingungen machen das jedoch oft schwer. Kindergärten müssen daher ausgebaut werden und die Rahmenbedingungen, zB Gruppengrößen verbessert werden.

  • Digitale Kompetenzen und Medienbildung statt more of the same 
    Der Digitale Raum gewinnt immer mehr an Bedeutung. Phänomene und kritische Auseinandersetzung über Chancen und Risiken, über individuelle Strategien und politisch ausverhandelbare Regelungen sind eine wichtige politisch-bildnerische Aufgabe der Schulen. Digital Literacy und kritische Demokratiebildung müssen daher einen hohen Stellenwert einnehmen.

  • Soziale und Problemlösungskompetenzen statt Lernen für Tests und Noten 
    Der Digitale Wandel ist voll im Gange, doch wir lernen Schüler:innen immer noch Dinge 1:1 wiederzugeben, was andere ihnen vorpredigen. Doch diese Kompetenzen werden sukzessive obsolet. In Zukunft werden soziale Kompetenzen und die Kompetenz, komplexe Problemfragestellungen zu lösen, in den Vordergrund vieler Tätigkeiten rücken. Die Art zu lernen, muss daher auf den Kopf gestellt werden und dieser zukünftigen Herausforderung gerecht werden.

Wir wollen den besten Sozialstaat der Welt – aus diesem Grund braucht es auch ein besseres Schulsystem – um für alle Kinder bessere Chancen zu ermöglichen.

Fünf Bildungsmythen

Die AK Bildungsexpert:innen Philipp Schnell, Elke Larcher und Oliver Gruber greifen in ihrem Blog-Beitrag fünf Annahmen auf und zeigen, dass sie nur schwer zu halten sind. Es sind Mythen, die sich um unser Bildungssystem ranken und die eine Systemdiskussion erschweren. Hier geht's zum Blog-Artikel

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