Workshop 6: Robotik und Technikgestaltung in der Arbeitswelt

  • Referent: DI Dr. Mathias Brandstötter, Joanneum Research - Robotics,
  • Moderation: Sean Patrick Stanton

Kaum ein Bereich der Technik kommt heute ohne Robotik aus. Roboter sind wandlungsfähige Maschinen, die automatisiert Prozesse abarbeiten, wobei moderne Robotersysteme mit ihrer Umwelt interagieren. Die Zahl von Robotern in produzierenden Unternehmen ist in den letzten Jahren stark gestiegen und dieser Trend scheint aus heutiger Sicht anzuhalten. Was das zukünftig für ArbeitnehmerInnen bedeutet und wie sich die Technikgestaltung in der Arbeitswelt entwickelt, diskutierte Mathias Brandstötter mit den TeilnehmerInnen dieses Workshops.  

Robotik wächst quer durch alle Branchen

2014 wurden weltweit 270.000 Industrieroboter verkauft. In Österreich kommen auf 10.000 MitarbeiterInnen 122 Roboter. Die meisten Roboter werden in der Automobilbranche, der Elektronikbranche und in der Metallverarbeitung eingesetzt. Der Trend zur Robotik zeigt sich jedoch quer über alle Branchen mit zunehmend ausdifferenzierten Einsatzgebieten. Besonders interessant ist derzeit das Thema „Collaborative Robotics“ – wie können Mensch und Maschine zusammenarbeiten? 

Qualifizierte MitarbeiterInnen sind gefragt

Der steigende Einsatz von Robotern bedeutet neue Anforderungen an MitarbeiterInnen. Zukünftig wird es nicht weniger Beschäftigte brauchen, sondern mehr mit entsprechenden Qualifikationen. Am Arbeitsmarkt sind jene gefragt, die sich mit der Technik auseinandersetzen und auskennen.

Ergebnisse und Botschaften aus der Diskussion der BetriebsrätInnen:

  1. Bei der Einführung von Automatisationen müssen Betriebsrat und MitarbeiterInnen von Beginn an mitwirken. Im Nachhinein ist es oft zu spät.
  2. Digitalisierung bringt durch den Wegfall physischer Belastungen auch Arbeitserleichterungen, zum Beispiel in der Pflege.
  3. Besonderes Augenmerk muss auf Datenschutz und Überwachung gelegt werden.
  4. Einerseits muss die Wertschöpfungsabgabe wieder in den Fokus rücken, andererseits sollen Betriebe mit „menschlichen“ Arbeitsplätzen gefördert werden.
  5. Arbeitsrecht 4.0 – Gesetze, wie das Arbeitnehmerschutz-Gesetz oder das Arbeitsverfassungsgesetz, müssen an neue Arbeitsrealitäten angepasst werden.
  6. Es braucht Beschäftigungssicherheit und verpflichtende Weiterbildung für ArbeitnehmerInnen bei Jobabbau, um die Beschäftigungsfähigkeit zu gewähren.