„Digitaler Wandel ist gestaltbar“

Begrüßungsworte Dwora Stein, Vizepräsidentin der Arbeiterkammer Wien

„Durch den digitalen Wandel wird die Arbeitsverfassung nicht außer Kraft gesetzt. Ganz im Gegenteil. Die Mitwirkungsrechte sind wichtiger denn je“, ermutigt Dwora Stein, Vizepräsidentin der AK Wien, in ihrer Begrüßungsrede. Ihre Prämisse: handeln statt fürchten. 

Keine Angst vor Jobvernichtung

Stein warnt vor Horrorszenarien und unseriösen Zukunftsprognosen. Beschäftigung hat sich in den letzten Jahrzehnten zwar geändert, gleichzeitig gibt es heute mehr Beschäftigung und mehr Wohlstand als noch vor 40 Jahren. Das ist auch der Arbeit von BetriebsrätInnen und Gewerkschaften zu verdanken.  

BetriebsrätInnen sind zu wenig eingebunden

Das Kernproblem sei jedoch die geringe Einbindung von BetriebsrätInnen bei der Gestaltung von Digitalisierungsmaßnahmen. Oftmals werden sie nur informiert anstatt aktiv mitzuwirken. Unternehmen verzichten dadurch auf das Wissen und die Erfahrungen von BetriebsrätInnen, MitarbeiterInnen bleiben auf der Strecke. „Mitgestaltung ist aber auch eine Holschuld“, fordert Stein BetriebsrätInnen auf, selbst aktiv in den Prozess einzusteigen. Digitaler Wandel sei nichts, das einfach passiert. „Digitaler Wandel ist gestaltbar!“ 

Gewerkschaften werden wichtiger

Wer profitiert nun von dem Wohlstandszuwachs der letzten Jahrzehnte? Die Kernaufgabe von Gewerkschaften war und ist die Verteilung von Arbeit, Einkommen und Vermögen. „Dieses „Geschäftsmodell bricht durch den digitalen Wandel nicht auf“, betont Dwora Stein, „es wird sogar noch wichtiger.“ Die Herausforderung laute nun, den digitalen Wandel mitzugestalten. „Wir können das. Und wir können das umso besser, je mehr wir gemeinsam agieren.“