3.2.2017

Qualifizierung 4.0

Eine Studie der Prospect Unternehmensberatung, die von Infrastrukturministerium, Austria Wirtschaftsservice GmbH und Arbeiterkammer Wien in Auftrag gegeben wurde (Kurzfassung der Studie) beschäftigt sich mit der Frage, welche Kompetenzen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mitbringen müssen, um auch im Zuge der Digitalisierung am Arbeitsmarkt Erfolg zu haben.

Zweiten Ausbildungs­chance für alle

Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen Ausbildung und Arbeitslosigkeit: Je höher die Qualifikation ist, desto geringer ist das Risiko, arbeitslos zu werden. „Wir müssen noch mehr Augenmerk auf die Qualifizierung legen: Wer gut gerüstet ist – durch Bildung und Ausbildung, durch Qualifikation und laufende Weiterbildung – der tut sich leichter, sich auf die neuen Anforderungen einzustellen.“ Aus diesem Grund ist es für die AK höchst an der Zeit, dass ein System der Neuen Chancen in Österreich entsteht. Mit einer zweiten Ausbildungschance für alle, unabhängig von der ersten Ausbildung. „Der AK-Vorschlag wäre, das Fachkräftestipendium, die Bildungskarenz, die Bildungsteilzeit und das Selbsterhalterstipendium zu einem neuen Qualifizierungsgeld zusammenführen“, sagt Rudi Kaske.

Recht auf Weiter­bildungs­woche pro Jahr

„Derzeit ist es so, dass nur rund ein Drittel der Beschäftigten von Weiterbildung in den Betrieben profitiert. „Die AK ist der Ansicht: Auch ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, auch Menschen, die mit Technik wenig anfangen können, sollen das Recht haben, sich laufend weiter zu bilden“, sagt Rudi Kaske. Daher sei das Recht auf eine Weiterbildungswoche pro Jahr für alle so wichtig. „Denn sonst würde sich nur die Kluft zwischen den Gutgebildeten mit vielen Chancen und den geringer Qualifizierten noch weiter vergrößern“, so Kaske.

Lehrlings-Ausbildung digitaler gestalten

Der AK Präsident befürwortet die Entwicklung und Einführung eines Kompetenzenpasses, der einen Überblick über vorhandene und erworbene Kompetenzen geben soll und die Weiterbildungsplanung erleichtern würde. Ein wichtiges Anliegen für die AK ist zudem, auch die Lehrlings-Ausbildung digitaler zu gestalten. „An fast der Hälfte der Berufsschulen gibt es noch kein WLAN. Damit ist die Berufsschule der Schultyp mit der geringsten WLAN-Abdeckung über die Hälfte der Berufsschulen bieten auch kein e-Learning an “, kritisiert AK Präsident Rudi Kaske.

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