17.02.2016
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Smart City: Gescheite Stadtentwicklung muss mit mehr Zivilgesellschaft gemacht werden

Unter dem Stichwort „Smart City“ werben derzeit viele Kommunen für die Digitalisierung in den Städten. Allzu oft sind das aber vor allem schöne Worte, hinter denen eine gute Marketing-Strategie, aber kaum eine Verbesserung für die Menschen steckt.

VERANSTALTUNG: WIEN WÄCHST - SMART CITY

Nur eine soziale Stadt, die alle miteinbezieht, ist eine smarte Stadt. Bei der Einführung neuer Technologien muss der Nutzen für die Menschen im Vordergrund stehen. Am 17. Februar 2016 sprach darüber unter anderem die Soziologin und Ökonomin Saskia Sassen, Professorin an der Columbia University of New York. Einen Mitschnitt ihrer Rede sowie die Materialien aller Vortragenden finden Sie weiter unten bzw. in der Infobox rechts.

Smarte Stadt Wien?

Im Smart-City-Konzept der Stadt Wien zeigt sich, anders als in den meisten anderen Städten, ein klarer Anspruch auf ein Stadtentwicklungskonzept, das die Menschen mitnimmt. Aber dennoch besteht die Gefahr, dass die Technik dominiert und das Soziale in den Hintergrund gerät. Gerda die Digitalisierung der Stadt birgt die Gefahr, große Gruppen schon durch technologische Wissenshürden auszugrenzen.

Nichtregierungsorganisationen müssen deshalb dringend stärker beteiligt werden. Sie vertreten etwa die Interessen der Beschäftigten, die sozialen Belange der Menschen oder Anliegen des Umweltschutzes.

AK FORDERUNG

Es muss von Anfang an mehr Bürgerbeteiligung geben, damit alle etwas vom smarten Wien haben. Dann könnte Wien in Europa ein Vorreiter für nachhaltige Stadtentwicklung sein. 

Kein Smart City-Marketingschmäh

Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, dass sich oft unter dem schönen Titel „Smart City“ viel Marketing und wenig politisches Handeln versteckt.

BEISPIEL

Die Stadt Karlsruhe bietet seit 2014 eine schnelle elektronische Anmeldung für einen Platz in den Kindertagesstätten an. Über 50 Prozent der Kinder finden aber gar keinen Kindergartenplatz - durch das Anmeldesystem wissen das Eltern künftig nur etwas schneller.

Auch Wien setzt beispielsweise auf 100 neue Apps, etliche davon auch für smarte Mobilität. Smarter und mit mehr Effekt für die Umwelt wäre dagegen eine völlig analoge engere Zusammenarbeit zwischen Wien und Niederösterreich bei der Verkehrsplanung. 

Der digitalen Ausgrenzung entgegenwirken

Die smarte Stadt richtet sich zu sehr an die „smarten“ Bürgerinnen und Bürger. Eine nachhaltige Stadt muss aber alle mitnehmen:

  • Viele Ältere oder weniger Gebildete kommen bei der schnellen technischen Entwicklung nicht mehr mit.
  • Menschen mit kleinem Einkommen können sich die teuren Endgeräte nicht so ohne weiteres leisten.
  • Für  Menschen mit Behinderung muss es um einen möglichst barrierefreien Zugang zur digitalen Welt gehen.

Gerade  jetzt, am Anfang müssen die richtigen Weichen gestellt werden, damit der digitalen Ausgrenzung von Menschen entgegengewirkt werden kann.

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