Nach Niki Pleite – was UrlauberInnen tun können

Nach dem Insolvenzantrag stellt die Fluglinie Niki alle Flüge ab sofort ein. Die AK Konsumentenschützer geben Tipps, was das für betroffene Flug­reis­ende bedeutet. Pauschalreisende haben gegenüber Direkt­buch­er­Inn­en bei der Airline mehr Rechte.

Pauschalreise

„Bei einer Pauschalreise hat der Reiseveranstalter für Ersatzflüge oder eine andere Beförderung zu sorgen“, sagen die AK KonsumentenschützerInnen. „Hier besteht im Gegensatz zu reinen Flugbuchungen eine In­sol­venz­ab­sich­er­ung.“ Die AK rät jedenfalls „mit dem Reiseveranstalter Kontakt aufzunehmen.“

Flug bei Niki gebucht

Wer nur einen Flug bei Niki gebucht hat und noch nicht geflogen ist, bei dem verliert das Ticket seine Gültigkeit. „Reisende können ihre Ansprüche im In­sol­venz­ver­fahr­en anmelden, allerdings ist bei einer Konkursforderung mit einer niedrigen Quote und mit Kosten zu rechnen“, so die AK Kon­sum­ent­en­schützer­Innen. Wesentlich ist in diesem Zusammenhang das Datum der Flugbuchung:

Niki-Flugtickets, die vor dem 15.8.2017 gebucht wurden: 

Forderungen aus Flugstornierungen oder nicht erbrachten Zusatzleistungen (z.B. Sperrgepäck, nicht erhaltenes Essen) daraus müssen als In­sol­venz­ford­er­ung im deutschen Insolvenzverfahren über das Vermögen der Air Berlin an­ge­meld­et werden. Diese Anmeldung ist noch bis 1.2.2018 beim deutschen In­sol­venz­ver­walt­er Dr. Flöther möglich. Die Forderungsanmeldung muss jedoch spät­es­tens am 1.2.2018 beim Insolvenzverwalter auch einlangen.

Tipp

Nähere Infos dazu finden Sie unter www.airberlin-inso.de/start.

Niki-Flugtickets, die ab dem 15.8.2017 gebucht wurden:

Hier kann man sich wegen der Entgelt-Rückerstattung auch an den deutschen Insolvenzverwalter Dr. Flöther von Air Berlin wenden und die Erstattung aus dem Treuhandfonds begehren. Auch hier sollte zur Sicherheit die Frist vom 1.2.2018 eingehalten werden.  

Unabhängig vom Datum der Flugbuchung gilt:

Unabhängig vom Datum der Flugbuchung sind andere Ansprüche (zB aus der Fluggastrechte-VO oder aus dem Montrealer Übereinkommen) betreffend Niki-Flüge, sofern Niki auch die ausführende Fluglinie ist, im österreichischen Insolvenzverfahren geltend zu machen. Diese Forderungsanmeldung ist noch bis 14.2.2018 beim Landesgericht Korneuburg möglich und kostet € 23,- (Gerichtsgebühr).

Tipp

Informationen dazu finden Sie hier und in der Ediktsdatei.

„Die Insolvenzen von Air Berlin und Niki zeigen die Notwendigkeit einer In­sol­venz­ab­sicherung auch für Fluglinien und nicht wie derzeit nur für Reise­ver­an­stalt­er.“