28.1.2016
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Gesalzene Preissprünge bei Bankspesen

Viele Banken haben an der Spesenschraube gedreht. Ein aktueller AK Bankenmonitor bei zwölf Banken in Wien zeigt: Drei von vier Banken haben innerhalb eines Jahres ihre Spesen angehoben – zum Teil sehr kräftig. Die Banken haben durchschnittlich rund neun Spesensätze verteuert.

Zum Bankenmonitor

Die AK hat 53 Spesensätze (Zahlungsverkehr, Sparen, Kredit, Wertpapiere) bei zwölf Banken in Wien zwischen November 2014 und November 2015 verglichen. 

Die wichtigsten Ergebnisse   

Viele Spesen teurer

Neun der zwölf untersuchten Banken haben ihre Preise und Entgelte erhöht. Die neun Banken haben zwischen drei (Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien) und 28 Spesen (Generali Bank) angehoben. Nur drei Banken haben ihre Spesensätze unverändert gelassen.   

Neue Gebühren

Die Volksbank Wien hat durch die Neugestaltung ihrer Kontomodelle drei Preise gesenkt.  Aber: Die Verbilligungen wurden durch neue, teils enorme Gebühren wieder mehr als wettgemacht. So wurden sechs Gebühren neu eingeführt, die bei den bisherigen Konten nicht oder zumindest nicht in dieser Form verrechnet wurden. 

Auffällige Verteuerungen

Einige Banken verrechnen ihren KundInnen saftige Spesen, die weit über Gebühr teurer wurden. Einige Beispiele:

  • Bei der Hypo NÖ bezahlen KundInnen statt ohnehin schon hohen 150 Euro nun 200 Euro für die Stundung – das ist eine Verteuerung um rund 33 Prozent. Diverse Änderungen, die den Kreditvertrag betreffen, kosten statt 150 Euro jetzt 250 Euro – eine Anhebung von fast 67 Prozent. 

  • Auch die easybank verdoppelte die Gebühr für eine Sicherheitenänderung auf 300 Euro.  Für die Schätzung einer Wohnimmobilie müssen KreditnehmerInnen bei der easybank nun 250 Euro berappen – eine Steigerung um rund 47 Prozent (2014: 170 Euro). 

  • Bei der BAWAG P.S.K. verteuerten sich ebenfalls die Schätzgebühren im Zusammenhang mit Wohnfinanzierungen – und zwar konkret von 220 auf 290  Euro (knapp 32  Prozent mehr). 

  • Die Volksbank Wien erhöhte die Depotgebühren um ein Fünftel (von 0,25  auf 0,30 Prozent vom Depotwert). Wer in Zahlungsrückstand gerät, muss bei der Generali Bank mit um bis zu 17,2 Prozent höheren Mahnspesen rechnen. 

Was wir fordern  

Preiserhöhungen mit Augenmaß

Die Bankspesen dürfen nicht mehr steigen als die Inflation. Der AK Bankenmonitor zeigt: Die Banken haben gerade jene Spesen stark angehoben, die bei bei Zahlungsproblemen wie Stundung, Zahlungserinnerung oder Mahnung anfallen können. Wer schon in Zahlungsschwierigkeiten ist, wird nochmals „bestraft“.

Keine extra Bankomatspesen

Achtung bei Reisen nach Deutschland! Dort können saftige Extra-Spesen beim Abheben mit der Bankomatkarte anfallen, und zwar dann, wenn der Bankomatbetreiber keine "echte" Bank ist, sondern eine sogenannte Abwicklungsgesellschaft. Die Spesen widersprechen der EU-Verordnung für den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr. Die Bankomatabhebung darf nicht mehr kosten als im Inland, es dürfen also keine Kosten anfallen. Ein kostenloser und einfacher Zugang zu Bargeld muss jedenfalls angeboten werden. Das bedeutet ein klares Nein zu künftigen Bankomatgebühren, egal ob von einer Bank oder Abwicklungsgesellschaft.

Keine Rückbuchungsgebühren bei fehlerhaften Überweisungen 

Bei Rückbuchungen von Überweisungen verrechnen Banken immer wieder hohe Spesen. Und das, obwohl Rückbuchungen selbst nichts kosten dürfen. Bloß für die Mitteilung der Nichtdurchführung darf ein kostenbasiertes Entgelt verlangt werden.  

Tipp

Die Bank erhöht die Spesen - was sind meine Rechte? Die Bank muss Sie über Verteuerungen informieren. Sie haben ein Widerspruchsrecht. Aber Achtung, die Banken können Ihren Kontovertrag unter Einhaltung der vereinbarten Kündigungsfrist auch kündigen, wenn Sie die Änderungen ablehnen. 

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