VW-Klage gestartet

Der Autohersteller Volkswagen hat zwischen 2008 und 2015 in großem Stil bei Abgas-Tests getrickst: Eine Software konnte den Schad­stoff­aus­stoß manipulieren, sobald das Fahrzeug auf den Prüfstand kam.

Damit wurden die Kunden nicht nur getäuscht – nach Auffliegen des Skandals verlor ihr Auto auch deutlich an Wert. Die notwendigen Software-Updates ver­ursachten zusätzliche Folgeprobleme. In Österreich sind mehr als 360.000 Fahr­zeuge betroffen, und zwar von den Marken Audi, VW, Skoda und Seat. Es gibt genügend rechtliche Anhaltspunkte, dass VW für diese Schäden haften muss.

Nachdem die Arbeiterkammer und das Konsumentenschutzministerium den Verein für Konsumenteninformation (VKI) mit der Durchführung von Klagen ge­gen VW beauftragt hatten, gab der VKI nun den Startschuss dafür. Die Sam­mel­aktion gegen VW steht. Bis 20. Mai konnten sich vom Abgasskandal be­trof­fene Autofahrerinnen und Autofahrer auf verbraucherrecht.at anmelden.

Kein Risiko

Die Klagen finanziert Roland ProzessFinanzAG. Der Organisationsbeitrag be­trägt 120 Euro. Wer sich dem bereits länger laufenden Strafverfahren über den Verein für Konsumenteninformation als Privatbeteiligter angeschlossen hat, zahlt 50 Euro. „Volkswagen hat sich bis jetzt beharrlich geweigert, seinen Kund­innen und Kunden in Österreich außergerichtlich eine Entschädigung an­zu­biet­en. Und das, obwohl sie die Manipulationen bei den Abgastests zugegeben hat­ten“, sagt AK Konsumentenschützerin Gabriele Zgubic. „Es kann nicht sein, dass vorsätzliche Manipulationen ohne Folgen bleiben und die Kon­sum­ent­inn­en und Konsumenten auf ihrem Schaden sitzen bleiben.“

EU-Sammelklagen geplant

„Der jüngste Vorstoß der EU-Kommission zur EU-Sammelklage war mehr als nötig“, so Zgubic. „Denn er zieht die Konsequenz aus dem VW-Skandal und ver­bessert klar den Zugang zum Recht für Konsumentinnen und Konsumenten.“ Denn bei der österreichischen Sammelklage gibt es große Defizite bei der Durch­setz­ung von Massenschäden gegen ausländische Gegner ebenso wie etwa bei Bagatellschäden. Die EU Kommission will nun die Defizite beseitigen und den Rechtsschutz in Richtung Sammelklage ausweiten – so soll etwa auch die Verjährung der Ansprüche unterbrochen werden.

Kontakt

WIR BERATEN SIE GERn

Konsumentenschutz

Telefonische Auskunft und Terminvereinbarung

Montag - Freitag, 8 Uhr -12 Uh
+43 1 50165 1209

mehr