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DVD-Sammlung „Arbeit im Film“

Arbeit kommt in Filmen oft nur am Rande vor, und das ist erstaunlich: Immerhin spielt die Arbeit für die meisten eine zentrale Rolle, egal, ob man eine hat oder eine sucht, sie liebt oder nur ungern verrichtet. Das Bibliotheksteam der Arbeiterkammer Wien hat begonnen, systematisch Filme mit Arbeitsbezug zu sammeln und kann BibliotheksnutzerInnen inzwischen rund 200 DVDs anbieten – darunter Klassiker, Komödien und Dokumentationen. Filme mit FabrikarbeiterInnen sind genauso darunter zu finden wie Dokumentationen über Sexarbeiterinnen („Whores’ Glory“) oder Top Manager („Der Banker – Master of the Universe“).

Gratis Filme ausborgen

Unsere DVD-Sammlung „Arbeit im Film“ finden Sie hier. Mit einer Lesekarte der AK Bibliothek können Sie kostenlos DVDs aus der Sammlung entlehnen oder auch direkt in der Bibliothek ansehen. Das Angebot wird laufend erweitert. Ihnen fehlt ein wichtiger Film zum Thema Arbeit? Dann schreiben Sie Ihren Filmtipp an bibliothek@akwien.at.

1895 gilt als Geburtsjahr des Kinos. Der Kurzfilm, der erstmals zahlendem Publikum gezeigt wurde, war „Arbeiter verlassen die Fabrik“ – mit ebendieser Handlung. Gedreht wurde er von den Fotoindustriellen Lumière, die damit ihre neue Filmtechnologie bewarben. Die Zuseher lobten den Realismus des Films, obwohl die ArbeiterInnen überwiegend in Sonntagskleidung statt in Arbeitskitteln durch die Werkstore schritten. Ganz anders die Darstellung des sowjetischen Regisseurs Sergei Eisenstein: Sein Stummfilmklassiker „Streik“ (1925) über Arbeitskampf während der Zarenzeit beeindruckt mit Bildern, die bis heute unsere Vorstellung von körperlicher Arbeit mitprägen.

Der Erste, der ernste Arbeitsthemen komödiantisch anpackte, war Charlie Chaplin. In seiner Slapstickkomödie „Moderne Zeiten“ (1936) verliert sein Held durch das unerbittliche Tempo der Fließbandarbeit den Verstand. Schließlich schraubt er nicht mehr an Werkstücken weiter, sondern an Nasen und Knöpfen. Tragikomisch geht es zuweilen auch in DDR-Filmen zu, so etwa in „Spur der Steine“ (1966), wo eine Vorzeige-Baubrigade so gar nichts von Planwirtschaft hält und kurzum anderen das Material klaut, wenn ihnen zu wenig zugewiesen wird.

Frauen werden Heldinnen

Mit der erstarkenden Frauenbewegung treten zunehmend Frauen als zentrale Figuren auf: Der BRD-Kurzspielfilm von Helke Sander „Eine Prämie für Irene“ (1971) thematisiert erstmals die Doppelbelastung von Fabrikarbeiterinnen mit Kindern – und kritisiert zugleich herkömmliche Arbeiterfilme, die sich nur auf den Beruf beziehen.

Im amerikanischen Spielfilm „Norma Rae“ (1979) erkennt eine alleinerziehende Fabrikarbeiterin, dass sie mit anderen gegen schlechte Arbeitsbedingungen kämpfen muss, und wandelt sich zur politisch handelnden Frau. Die US-Doku „Coalmining Women“ (1982) porträtiert Frauen,  die in die Männerdomäne Kohlebergbau vorgedrungen sind.

Wenn die Arbeit ausgeht

Viele Filme über Arbeit gehen der Frage nach, was passiert, wenn Arbeit fehlt. Dass diese Auseinandersetzung nicht nur deprimierend sein muss, haben die arbeitslosen Stahlarbeiter in „Ganz oder  gar nicht“ (1997) bewiesen, die sich als Stripper die Finanzen aufbessern. Oder die Werkskapelle im Feel-good-Steifen „Brassed Off – Mit Pauken und Trompeten“ (1990), die auch nach der Stilllegung der Kohlenzeche weiterprobt und das angekratzte Selbstbewusstsein wieder aufbaut.

Auch gegenwärtige Trends im Wirtschafts- und Arbeitsleben finden in Filmen ihren Niederschlag: Nüchtern schildert die deutsche Doku „Work Hard – Play Hard“ (2011), wie jeder Arbeitsschritt optimiert wird. Gegen Lohndumping wehrt sich eine unterbezahlte Haushaltshilfe ohne Papiere in der Doku „Mit einem Lächeln auf den Lippen“ (2008), und augenzwinkernd lässt der Spielfilm „Résiste“ (2009) ausgenutzte PraktikantInnen den Aufstand proben. Schon bald wird auch Brad Pitt die AK Bibliothek bereichern: In „The Big Short“ (2016), einem Spielfilm über die Finanzkrise. 

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