19.8.2020

Vapiano: Insolvenz in Österreich

Über die Vapiano Restaurant Betriebs- und Beteiligungs GmbH wurde am 10.4.2020 am Handelsgericht Wien ein Sanierungsverfahren eröffnet. 612 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind betroffen.

Über die Walfischgasse 11 „Moulin Rouge“ Gastronomie GmbH wurde am 15.4.2020 ein Sanierungsverfahren eröffnet. Von dieser Insolvenz sind 61 ArbeitnehmerInnen betroffen.

Über die Vapiano SE (Zweigniederlassung Österreich) mit Filiale in der Herrengasse wurde am 15.06.2020 ein Sekundärinsolvenzverfahren eröffnet, nachdem bereits am 01.06.2020 das Hauptinsolvenzverfahren am Amtsgericht Köln eingeleitet wurde. 52 ArbeitnehmerInnen sind von dieser Insolvenz betroffen

Sämtliche Verfahren werden nunmehr als Konkursverfahren geführt und es wurden bereits die insolvenzgerichtlichen Schließungen vorgenommen.

Die AK ist für die Beschäftigten da. Wir unterstützen Sie!

Wie geht es mit den Arbeitsverhältnissen weiter?

Die Arbeitsverhältnisse wurden weitgehend bereits vor der Insolvenzeröffnung beendet. Die Arbeitsverhältnisse werden durch die Insolvenzeröffnung nicht automatisch beendet. Aufgrund der gerichtlichen Schließung konnten die noch aufrechten Arbeitsverhältnisse nach den Bestimmungen § 25 IO aufgelöst werden.

Was ist mit den offenen Forderungen aus dem Arbeitsverhältnis?

Die offenen Ansprüche der MitarbeiterInnen bis zur Insolvenzeröffnung dürfen nicht mehr von der Firma ausbezahlt werden, sondern müssen im Insolvenzverfahren angemeldet werden. Dies gilt auch für die offenen Forderungen aus schon beendeten Arbeitsverhältnissen.

Die Forderungen sind grundsätzlich durch den Insolvenz-Entgelt-Fonds gesichert. Damit Insolvenz-Entgelt ausbezahlt werden kann, müssen diese Forderungen bei der IEF-Service GmbH beantragt werden.

Beachten Sie die weiteren, allgemeinen Informationen zu Arbeitsverhältnis und Insolvenz auf unserer Seite.

Wir sind für Sie da - Die AK bietet kostenlose Vertretung durch den ISA

Die Ansprüche müssen berechnet und im Insolvenzverfahren und bei der IEF-Service GmbH geltend gemacht werden. Dabei sind verschiedene Formalismen und gesetzliche Sonderregelungen für die Insolvenz zu beachten. Die Forderungen werden, nach den gesetzlichen Bestimmungen und in den jeweiligen Verfahren, vom Insolvenzverwalter und von der IEF-Service GmbH geprüft.

Die AK bietet die Unterstützung und Vertretung  durch den ISA (Insolvenzschutzverband für ArbeitnehmerInnen) an, damit die offenen Ansprüche so rasch als möglich geltend gemacht und als Insolvenz-Entgelt ausbezahlt werden können. 

Was ist schon erledigt? Wie geht es weiter?

„Moulin Rouge“ Gastronomie GmbH und Vapiano Restaurant Betriebs- und Beteiligungs GmbH

In Zusammenarbeit mit der Firmenlohnverrechnung wurden die Abrechnungen bis zum Datum der Insolvenzeröffnung fertiggestellt.

Am 13.5.2020 konnte der ISA die Anträge auf Insolvenz-Entgelt für 59 Beschäftigte der Walfischgasse 11 „Moulin Rouge“ Gastronomie GmbH eingebracht werden. Am 15.5.2020 erfolgte die Anmeldung der Anträge für 575 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Vapiano Restaurant Betriebs- und Beteiligungs GmbH.

Anfang Juni 2020 konnten so die offenen Lohn- und Gehaltsansprüche sowie die anteiligen Sonderzahlungen, die bis zur Insolvenzeröffnung entstanden sind, von der IEF-Service GmbH zuerkannt und an die ArbeitnehmerInnen ausbezahlt werden.

Ende Juni hat der ISA die Beendigungsansprüche für die Beschäftigten der „Moulin Rouge“ Gastronomie GmbH geltend gemacht. Bis Mitte August konnten bereits 87% sämtlicher beantragten Forderungen als Insolvenz-Entgelt an die Betroffenen ausbezahlt werden

Die Beendigungsansprüche der Beschäftigten der Vapiano Restaurant Betriebs- und Beteiligungs GmbH konnte der ISA in der letzten Juli Woche einbringen. Diese Anträge werden derzeit von der IEF-Service GmbH bearbeitet.

Vapiano SE (Zweigniederlassung Österreich)

Für die 52 ArbeitnehmerInnen der Filiale Herrengasse konnte der ISA die Anträge auf Insolvenz-Entgelt Ende Juni einbringen. Ab 9.7.2020 sind Bescheide der IEF-Service GmbH ergangen. Mit Mitte August sind 94% der Forderungen als Insolvenz-Entgelt ausbezahlt.

Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses - Hinweise

Antrag auf Arbeitslosengeld

In der Insolvenz gebührt Arbeitslosengeld auch im Zeitraum von Urlaubsersatzleistung bzw Kündigungsentschädigung. Arbeitslosengeld gebührt als Vorschuss auf das beantragte Insolvenz-Entgelt. Das ausbezahlte Arbeitslosengeld wird direkt zwischen AMS und Insolvenzfonds gegenverrechnet.

Weisen Sie daher bei der Beantragung von Arbeitslosengeld ausdrücklich auf die Insolvenz hin und auch darauf, dass für die Kündigungsentschädigung bzw Urlaubsersatzleistung Insolvenz-Entgelt beantragt wurde bzw wird.

Sollten Sie dennoch einen negativen Bescheid des AMS erhalten (weil Bezug von Kündigungsentschädigung bzw. Urlaubsersatzleistung vorliegt), übermitteln Sie diesen Bescheid an isa@akwien.at. Wir leiten diesen Bescheid dann an die zuständige Abteilung der Arbeiterkammer Wien weiter, damit Sie beim Vorgehen gegen diesen Bescheid unterstützt werden können.

Mehr Infos zum Thema Arbeitslosigkeit finden Sie hier 

WAFF – Wiener-ArbeitnehmerInnen-Förderungs-Fonds

Ob bei Jobverlust durch Insolvenz oder durch Umstrukturierung: Die Arbeitsstiftungen des waff helfen Ihnen bei Ihrem beruflichen Neustart.

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