19.8.2020

Modekette Stefanel

Über die „Stefburg“ Mode-Handelsgesellschaft m.b.H. wurde am 22.4.2020 am Handelsgericht Wien ein Konkursverfahren eröffnet. (www.edikte.justiz.gv.at)

Von der Insolvenz sind 52 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an 9 Standorten in Wien, Linz, Klagenfurt, Graz, Salzburg und Parndorf betroffen. Die AK ist für die Beschäftigten da. Wir unterstützen Sie!

Die insolvenzgerichtliche Schließung des Unternehmens und sämtlicher Filialen erfolgte am 04.05.2020. 

Was ist mit den offenen Forderungen aus dem Arbeitsverhältnis?

Die offenen Ansprüche der MitarbeiterInnen bis zur Insolvenzeröffnung dürfen nicht mehr von der Firma bezahlt werden, sondern müssen im Insolvenzverfahren angemeldet werden (sogenannte „Insolvenzforderungen“). Dies gilt auch für die offenen Forderungen aus schon beendeten Arbeitsverhältnissen. 

Die Forderungen sind grundsätzlich durch den Insolvenz-Entgelt-Fonds gesichert. Damit Insolvenz-Entgelt ausbezahlt werden kann, müssen diese Forderungen beim Handelsgericht angemeldet und bei der IEF-Service GmbH beantragt werden.

Beachten Sie die weiteren, allgemeinen Informationen zu Arbeitsverhältnis und Insolvenz auf unserer Seite.

Wir sind für Sie da – Die AK bietet kostenlose Vertretung durch den ISA

Die Ansprüche müssen berechnet und im Insolvenzverfahren und bei der IEF-Service GmbH geltend gemacht werden. Dabei sind verschiedene Formalismen und gesetzliche Sonderregelungen für die Insolvenz zu beachten. Die Forderungen werden, nach den gesetzlichen Bestimmungen und in den jeweiligen Verfahren, vom Insolvenzverwalter und von der IEF-Service GmbH geprüft.

Die AK bietet die Unterstützung und Vertretung durch den ISA (Insolvenzschutzverband für ArbeitnehmerInnen) an, damit die offenen Ansprüche so rasch als möglich geltend gemacht und als Insolvenz-Entgelt ausbezahlt werden können. 

Was ist der aktuelle Stand? Wie geht es weiter?

Am 30.04.2020 hat der ISA die laufenden Forderungen der ArbeitnehmerInnen bis zum Datum der Insolvenzeröffnung beim Handelsgericht Wien angemeldet und beim Insolvenz-Entgelt-Fonds beantragt. Innerhalb eines Monats wurden die Forderungen vom Insolvenzverwalter sowie vom Insolvenz-Entgelts-Fonds geprüft und die Auszahlung der offenen Entgelte vorgenommen.

Per 09.06.2020 wurden in einem zweiten Schritt sämtliche Ansprüche aus der Beendigung der Arbeitsverhältnisse beantragt. Mit Mitte August 2020 sind 82% aller beantragten Forderungen durch positive Bescheide und Auszahlung von Insolvenz-Entgelt erledigt.

Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses - Hinweise

Antrag auf Arbeitslosengeld

In der Insolvenz gebührt Arbeitslosengeld auch im Zeitraum von Urlaubsersatzleistung bzw Kündigungsentschädigung. Arbeitslosengeld gebührt als Vorschuss auf das beantragte Insolvenz-Entgelt. Das ausbezahlte Arbeitslosengeld wird direkt zwischen AMS und Insolvenzfonds gegenverrechnet.

Weisen Sie daher bei der Beantragung von Arbeitslosengeld ausdrücklich auf die Insolvenz hin und auch darauf, dass für die Kündigungsentschädigung bzw Urlaubsersatzleistung Insolvenz-Entgelt beantragt wurde bzw wird.

Sollten Sie dennoch einen negativen Bescheid des AMS erhalten (weil Bezug von Kündigungsentschädigung bzw Urlaubsersatzleistung vorliegt), übermitteln Sie diesen Bescheid an isa@akwien.at. Wir leiten diesen Bescheid dann an die zuständige Abteilung der Arbeiterkammer Wien weiter, damit Sie beim Vorgehen gegen diesen Bescheid unterstützt werden können.

Mehr zum Thema Arbeitslosigkeit finden Sie hier.

WAFF – Wiener-ArbeitnehmerInnen-Förderungs-Fonds

Ob bei Jobverlust durch Insolvenz oder durch Umstrukturierung: Die Arbeitsstiftungen des waff helfen Ihnen bei Ihrem beruflichen Neustart.

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Beratung in der AK Wien derzeit nur eingeschränkt nach telefonischer Terminvereinbarung und per E-Mail möglich.

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