3.7.2019

Modeschmuckunternehmen Pierre Lang insolvent

Über die Pierre Lang Europe Handels­gesellschaft m.b.H. und die Hans Andersen Ges.m.b.H. wurden am 23.1.2019 Sanierungs­verfahren ohne Eigen­verwaltung eröffnet. Insgesamt sind 249 Arbeit­nehmer­Innen betroffen. Im März 2019 wurden beide Verfahren zu Konkursverfahren. Die Pierre Lang Beteiligungs­holding GmbH ist seit 1.2.2019 in Konkurs. Sämtliche Unternehmen wurden konkurs­gerichtlich geschlossen.

Was ist bisher geschehen?

Die Arbeit­nehmer­Innen wurden in mehreren Belegschafts­versammlungen beraten. Die AK Wien hat Rechtsschutz für die Insolvenz­vertretung gewährt. Die Vertretung erfolgt durch den ISA (Insolvenz­schutz­verband für Arbeit­nehmer­Innen), dem die Arbeit­nehmer­Innen Vollmacht erteilt haben.

Die Forderungen der Arbeit­nehmer­Innen wurden vom ISA, auf Basis der von der Firma zur Verfügung gestellten Abrechnungen, ermittelt und berechnet. Aufgrund von insolvenz­rechtlichen und abgaben­rechtlichen Regelungen sowie der Anforderungen des Insolvenz-Entgelt­sicherungs­gesetzes müssen Forderungen teilweise neu und anders abgerechnet werden, als in der laufenden Lohn­ver­rechnung.

Die Forderungen wurden bei Gericht und bei der IEF-Service GmbH geltend gemacht und dort nach den jeweiligen gesetzlichen Vorschriften geprüft. AK und ISA setzen sich dafür ein, dass die Prüfung rasch erfolgen und Insolvenz-Entgelt ausbezahlt werden kann.

Die bis zur Insolvenz­eröffnung offenen Forderungen konnten am 25.2.2019 eingebracht werden. Die IEF-Service GmbH hat zwischen 7.3.2019 und 13.3.2019 Bescheide erlassen und die Auszahlung von Insolvenz-Entgelt veranlasst.

Nach den gerichtlichen Schließungen wurden die Arbeitsverhältnisse beendet. Die Beendigungs­ansprüche (insbes. Kündigungs­entschädigung, offener Urlaub, offene Zeit­ausgleichs­guthaben, …) wurden abgerechnet und geltend gemacht.

Über die Beendigungsansprüche ergehen nun Bescheide der IEF-Service GmbH. Insgesamt wurde bereits über rd 81% der beantragten Forderungen entschieden.

Wie geht es weiter?

Nachzahlungen in der Insolvenz unterliegen einem eigenen Steuersatz. Arbeit­nehmer­Innen, die Zahlungen aus dem Insolvenz-Entgelt-Fonds erhalten haben, sind zur Arbeit­nehmer­veranlagung verpflichtet. Mehr ...

Manche Forderungen aus dem Arbeitsverhältnis sind nicht gemäß IESG gesichert. Arbeit­nehmer­Innen, die nicht alle bei Gericht angemeldeten Forderungen vom Insolvenz-Entgelt-Fonds ausbezahlt erhalten haben, können nach Abschluss des Insolvenz­verfahrens eine Quote erhalten. Der Abschluss des Insolvenz­verfahrens ist allerdings noch nicht absehbar. Mehr ...

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