15.11.2017
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AK Umfrage zeigt: Wohnen in Wien ist viel zu teuer

„Was ist Ihr Wohnproblem?“, fragte die AK in einer Online-Umfrage. Über 3.300 Wienerinnen und Wiener haben geantwortet und in eindrucksvollen Statements klargemacht, was immer höhere Mieten für sie bedeuten. 

Was die TeilnehmerInnen posteten

  • „Ich finde, dass die Miete zu teuer ist, überhaupt wenn man Alleinerziehender ist.“

  • „Als AMS-Geldbezieher von ca. 950 Euro im Monat habe ich keinen Anspruch auf Mietbeihilfe. Aber einen Umzug kann ich mir nicht leisten (Ablöse, 3 Monatsmieten im Voraus, Maklerkosten, Umzugskosten).“

  • „Ich bin mit EUR 380 eingezogen. Heute – 11 Jahre später – beläuft sich die Miete (ohne Garage) auf EUR 570. Der Anstieg ist meines Erachtens enorm!“

  • „Da wir alle so eine hohe Miete zahlen, sind wir etwas erzürnt, dass keine Instandsetzungen gemacht werden. Der Bau wurde 1988 fertiggestellt, und es wurde noch gar nichts saniert. Es wären die Fenster fällig, und es dringt Wasser in die Kellerabteile. Ein starker Schimmelbefall ist die Folge.“

  • „Ein leistbares Wohnen für Familien ist in Wien wie in Niederösterreich Mangelware, und das obwohl beide Elternteile arbeiten gehen! Wenn man eine monatliche Belastung von 1200 nur fürs Wohnen hat (Miete mit Heizung, Wasser und Strom), grenzt dies an Piraterie!“

  • „Ich bin alleinerziehend, die Wohnung ist kalt und teilweise feucht, noch dazu zu klein. Aber man bleibt nur, weil man um den Preis nicht mal Gleichwertiges geschweige denn Größeres bekommen kann.“

  • „Keine leistbaren Wohnungen für junge Menschen, die einen eigenen Haushalt gründen wollen.“

  • „Das Hauptproblem sind die erzwungenen vielen Umsiedlungen durch befristete Mietverhältnisse mit sehr kurzer Dauer. Damit verbunden sind sehr hohe Kosten. Die absolut größte Ungerechtigkeit sind die Maklergebühren. Der Vermieter beauftragt einen Makler, den ich als Mieter bezahlen muss. Unglaublich.“

  • „Mein Mietvertrag wird in 3 Jahren ablaufen. Wird er verlängert? Ich fürchte nicht. Die Mieten sind extrem hoch für ein niedriges Einkommen wie meines, und man kann keine Wohnung unter 600 finden. Wahrscheinlich bleiben wir bald auf der Straße! Wie viele andere Menschen!“

  • „Zu klein die Wohnung für zwei Personen, keine Aussicht auf eine etwas größere!“

  • „Als alleinerziehender Alleinverdiener mit 2 Kindern in Schulausbildung bräuchte ich Unterstützung beim leistbaren Wohnen. Ich verdiene anscheinend theoretisch zu viel, um Unterstützung zu bekommen, praktisch aber zu wenig, um die Fixkosten für 3 Personen bezahlen zu können!“

  • „Die Kosten sind in den letzten Jahren immer mehr in die Höhe geschossen, und wir bekommen 1x jährlich eine recht hohe Jahresabrechnung für Betriebskosten und sonstige zusätzliche Leistungen verrechnet ...“

  • „Mein Problem ist, dass ich zuzüglich Heizkosten auf reine Wohnkosten von 840 komme, und da mein Nettoeinkommen 1690 beträgt, ich 50 % hiervon rein für die Miete aufbringen muss. Ich bin innerhalb von 8 Jahren bereits 8mal umgezogen und suche seit Jahren (3) vergeblich eine geeignete Genossenschaftswohnung.“

  • „Das Problem ist, ca. 65 % des Einkommens werden für Wohnen aufgewendet, des weiteren steigen die Wohnkosten jedes Jahr für Miete, Betriebskosten, Strom, etc. an, das Einkommen stagniert (in meinem Fall krankheitsbedingt).“

  • „Inkl. aller sonstigen Nebenkosten (Strom, Fernwärme, TV, Telefon, Versicherung und Essen) bleibt fast nichts übrig vom Gehalt. Die Mieten insgesamt sind einfach viel zu teuer! Ich würde mir wünschen, dass sich da endlich etwas ändert und diese Mietzinsobergrenze eingeführt wird.“

  • „Das Haus hat keinerlei Isolierung, daher sind die Heizkosten pro Monat sehr hoch. Derzeit betragen diese knapp 100 im Monat, trotzdem wird es nie wirklich sehr warm, da es aufgrund der älteren Fenster immer zieht.“

Mietrecht verbessern!

Es reicht ein Blick auf die jüngsten Teuerungsraten: Die Mieten sind mehr als eineinhalbmal so stark gestiegen wie die Gesamtinflation. Es muss viel mehr getan werden, damit Wohnen wieder leistbar wird.

Forderung
  • Vor kurzem wurde die Streichung der Mietvertragsgebühr für Wohnungssuchende beschlossen. Das ist ein erster Schritt – aber es braucht mehr. Die neue Regierung muss rasch eine Mietrechtsreform angehen. Die Maklerprovision etwa macht im Schnitt das Sechsfache der Mietvertragsgebühr aus.

  • Weg mit der Maklerprovision für MieterInnen. Und es muss auch die Kaution mit drei Monatsmieten begrenzt werden. Derzeit werden oft bis zu sechs Monatsmieten verlangt. Fürs Wohnen müssen die Menschen mittlerweile bis zu 40 Prozent des Haushaltseinkommens ausgeben, manchmal sogar mehr.

  • Es braucht endlich wirksame Mietobergrenzen im Mietrecht: Alles, was älter als 30 Jahre ist, muss bei den Mieten begrenzt werden. Denn spätestens nach 30 Jahren ist ein Neubau ausfinanziert.

      • Befristungen bei den Mietverträgen müssen weg, bis auf wenige Ausnahmen. Befristete Verträge darf es nur noch geben, wenn der Vermieter die Wohnung für seine Kinder oder sich selbst braucht. 

        • Außerdem braucht es klare Erhaltungsregeln für VermieterInnen für die gesamte Wohnausstattung, nicht nur für die Heiztherme.

        • Die Betriebskosten müssen durch das Streichen von Grundsteuer und Versicherung aus dem Betriebskostenkatalog gesenkt werden.


        Wohnst du schon oder suchst du noch?

        Die AK hat die Mikrozensus-Wohndaten ausgewertet – Private Mietwohnungen sind sehr teuer – Zwei von drei privaten Neuverträgen sind befristet.

        Wenn der Vermieter die Kaution zurückhält

        Manchmal weigern sich Vermieter, die Kaution zurückzuzahlen, wenn man aus der Wohnung auszieht. Wann ist das gerechtfertigt, wann nicht?

        Beratungsstellen für Fragen zum Wohnrecht

        Die Betriebskosten kommen Ihnen zu hoch vor oder der Vermieter will die Kaution nicht zurückzahlen? Hier bekommen Sie Auskünfte.

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