Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Ausgaben

2014 haben wir beim Institut für empirische Sozialforschung (IFES) eine Studie in Auftrag gegeben, um zu erfahren, wie hoch die Wohnkosten für junge ArbeitnehmerInnen in Wien derzeit sind. Befragt wurden MieterInnen aller Wohnungsformen: von privaten Wohnungen, Genossenschaftswohnungen und Gemeindewohnungen. Vergleicht man diese Ergebnisse mit dem allgemeinen Immobilienpreisspiegel der Wirtschaftskammer Österreich für den gleichen Zeitraum, sieht man, dass die meisten jungen ArbeitnehmerInnen in den eher günstigen Bezirken wohnen. Die folgenden Zahlen geben dir einen Kostenrahmen für deine erste eigene Wohnung. Gewisse Abweichungen im Einzelfall und im Lauf der Zeit wird es aber immer geben.

Ausgaben für private Mietwohnungen

Studie: Junge ArbeitnehmerInnen

Bezug 2012–13Wien-Durchschnitt, Wohnungen mit MaklerWien-Durchschnitt, Wohnungen ohne Makler
Brutto-Miete/m2€ 10,20€ 9,03
60 m2-Wohnung, Brutto-Miete (ohne Strom, Heizung)€ 612,00€ 541,80

Quelle: IFES (2014)

Allgemeiner Preisspiegel: Private Mietwohnungen ohne Mietzinsregelung

Bezug 2012–13Wien-Durchschnitt, Wohnungen mit MaklerTeuerster Bezirk (1.), Wohnungen mit MaklerGünstigster Bezirk (15.), Wohnungen mit Makler
Brutto-Miete/m2€ 12,23€ 15,98€ 10,86
60 m2-Wohnung, Brutto-Miete (ohne Strom, Heizung)€ 733,90€ 959,00€ 651,40

Quelle: WKO (2014)

Zusätzliche Ausgaben beim Einzug

Fast immer ist das Anmieten einer Wohnung auch mit Einmalkosten verbunden. Wofür und wie hoch sie sind, zeigt unsere Studie unter jungen ArbeitnehmerInnen:

Bezug 2012–13Anteil der Befragten50% der Befragten zahlte weniger als:Zahlungen im Durchschnitt
Kaution89%€ 1.963€ 2.153
Maklerprovision51%€ 1.474€ 1.678
Renovierung28%€ 675€ 4.236
Kücheneinrichtung26%€ 1.640€ 2.732
Ablöse an VormieterIn14%€ 1.075€ 2.356

Quelle: IFES (2014)

Der Vergleich zeigt, dass Wohnungen ohne Makler günstiger vermietet werden als Wohnungen mit Makler, und dass es große Preisunterschiede zwischen den Bezirken gibt. Grob gesprochen, bewegen sich die privaten Mieten in Wien zwischen € 9,– und € 16,– pro Quadratmeter.

TIPP

Nutze dein privates Umfeld! Nicht alle freien Wohnungen landen in einer Zeitungsanzeige oder auf dem Tisch eines Maklerbüros. Oft kann man durch die eigenen privaten Kontakte an eine günstigere Wohnung als auf dem offiziellen Weg kommen. Deshalb erzähle möglichst vielen Freunden, Bekannten und Verwandten von deiner Wohnungssuche!

Kaution:

Meistens beträgt die Kaution drei Brutto-Monatsmieten. Rein rechtlich darf der Vermieter jedoch bis zu sechs Brutto-Monatsmieten verlangen. Solange du keine Schäden in der Wohnung anrichtest, bekommst du die Kaution aber wieder zurück, wenn du ausziehst.

Maklerprovision: 

Die Hälfte der Befragten bekam ihre Wohnung durch einen Immobilienmakler und musste ihm die übliche Vermittlungsgebühr bezahlen. Wie hoch eine Provision sein darf, ist genau geregelt:

  • bis zu zwei Monatsmieten bei unbefristeten und auf mehr als drei Jahre befristeten Verträgen
  • bis zu einer Monatsmiete bei auf drei und weniger Jahre befristeten Verträgen.

Kosten bei Genossenschaftswohnungen

Allgemein gilt, dass Gemeinnützige Bauvereinigungen (GBV) ihre Wohnungen günstiger vergeben als privatwirtschaftliche Vermieter – das zeigt auch unsere Studie unter jungen ArbeitnehmerInnen in Wien. Deine monatliche Belastung in einer sogenannten Genossenschaftswohnung wäre demnach geringer. Außerdem werden Genossenschaftswohnungen regelmäßig unbefristet und nicht nur auf eine bestimmte Zeit vermietet. Allerdings ist bei den meisten GBV zum Einzug ein Finanzierungsbeitrag zu bezahlen.

Zahlungen für eine Genossenschaftswohnung

Bezug 2012–13Durchschnittliche Ausgaben aller befragten Jung-ArbeitnehmerInnen in WienEin Viertel der Befragten zahlte weniger als:Die Hälfte der Befragten zahlte weniger als:Ein Viertel der Befragten zahlten mehr als:
Brutto-Miete/m2€ 6,86
Brutto-Miete für eine 60 m2-Wohnung (ohne Strom, Heizung)€ 411,60
Finanzierungsbeitrag/m2€ 144,50€ 297,70€ 443,40
Finanzierungsbeitrag für eine 60 m2-Wohnung€ 8.667,60€ 17.863,80€ 26,604,00

Quelle: IFES (2014)

Natürlich wirkt der Finanzierungsbeitrag auf den ersten Blick wie eine unüberwindbare Hürde. Allerdings ist dabei zu bedenken, dass die Monatsmieten bei einer Genossenschaftswohnung deutlich niedriger sind als auf dem privaten Markt (knappe € 7,– im Vergleich zu € 9,– bzw. € 10,30) und es zudem keine Maklerprovisionen gibt. Außerdem bekommst du deinen Finanzierungsbeitrag zum großen Teil wieder zurück, wenn du ausziehst: Für jedes Jahr, das du die Wohnung gemietet hattest, behält die GBV 1% der ursprünglichen Summe ein. Der Rest wird dir rücküberwiesen, wenn du ausziehst.

Zusätzliche Kosten

Neben dem Finanzierungsbeitrag können noch andere Einmalkosten auf dich zukommen – allem voran Ausgaben für eine Kücheneinrichtung, denn in den meisten Genossenschaftswohnungen ist sie kein fester Bestandteil. In unserer Studie gab über die Hälfte der Befragten an, in eine Küche investiert und dabei im Schnitt € 5.482,– gezahlt zu haben. Aber natürlich liegt es an dir, wie viel du dafür ausgeben willst bzw. kannst. Wenn Du eine gebrauchte Genossenschaftswohnung anmietest, kann unter Umständen eine Ablöse an den Vormieter anfallen, wenn du ihm z. B. Möbel abkaufst. Auch Renovierungskosten können entstehen: Es könnte ja z. B. ein Bodenbelag in der Wohnung sein, der zwar eigentlich noch ok ist, dir aber überhaupt nicht gefällt.

Kosten bei Gemeindewohnungen in Wien

Die dritte mögliche Wohnungsform – eine Wohnung der Gemeinde Wien – liegt finanziell zwischen einer privaten Mietwohnung und einer Genossenschaftswohnung, wie unsere Studie unter jungen ArbeitnehmeInnen 2014 zeigte. Gemeindewohnungen haben den Vorteil, dass sie unbefristet vermietet werden und nicht nur für eine bestimmte Mietdauer. Außerdem wird keine Kaution verlangt.

Durchschnittliche Mieten einer Gemeindewohnung in Wien

Bezug 2012–13Durchschnittliche Ausgaben aller befragten Jung-ArbeitnehmerInnen in Wien
Brutto-Miete/m2€ 8,20
Brutto-Miete für eine 60 m2-Wohnung (ohne Strom, Heizung)€ 492,00

Zusätzliche Kosten

Bei Gemeindewohnungen, die nach 1968 errichtet wurden, fällt wie bei Genossenschaftswohnungen ein Finanzierungsbeitrag an. Allerdings ist er wesentlich niedriger, weil hier nur die Baukosten und nicht zusätzlich auch die Ausgaben für den Grund auf die Mieter umgelegt werden. Eine solche Einmalzahlung leisteten 40% der befragten Jung-ArbeitnehmerInnen. Die Höhe betrug dabei im Durchschnitt € 4.088,–, allerdings zahlte die Hälfte weniger als € 1.440,–. Die Ausgaben für Kücheneinrichtungen, Renovierungen und Ablösen waren ähnlich wie bei MieterInnen von Genossenschaftswohnungen.

TeilenZu Merkzettel hinzufügen

Facebook-Funktion aktivieren

Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen
Zum Seitenanfang
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen dazu sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.
OK