13.2.2013
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AK Wien Beratungsbilanz 2012

Probleme bei Lohn und Gehalt, Sonderzahlungen, Überstunden und Mehrarbeit-Entgelt, Fahrtkostenvergütung, Abfertigungen, Feiertagsentgelt oder Kündigungsentschädigungen aber auch Kündigungen im Krankenstand oder unfaire Vertragsklauseln sind die häufigsten Gründe, warum ArbeitnehmerInnen die Beratung der AK suchen. „Hilfe und Rat waren auch 2012 dringendst gefragt: im Arbeitsrecht, im Rechtsschutz, in der Insolvenzvertretung“, sagt Hans Trenner, Leiter des Beratungsbereiches in der AK Wien, „und fast immer ging es ums Geld.“ Ein Phänomen, welches schon seit Jahren von vielen Arbeitgebern praktiziert wird, ärgert sich Trenner.

64 Millionen Euro für AK Wien Mitglieder

„Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer leisten gute Arbeit und die Arbeitgeber sind nicht bereit, dies ordnungsgemäß abzugelten. Muss der Rechtsweg beschritten werden, kann das gut und gerne ein Jahr dauern, bis die oder der Betroffene zu Geld kommt. Aber die Zahlungen fürs Leben und Wohnen gehen weiter. Das sind keine Einzelfälle, das sind Tausende, die sich in einer Ausnahmesituation befinden.“ Rund 64 Millionen Euro wurden für die Betroffenen durch Intervention, Rechtsschutz und in Insolvenzfällen zurückgeholt.

Arbeitsrecht: Hilfe durch Intervention

Fast 255.000 Mal kontaktierten AK Wien-Mitglieder die ExpertInnen in Arbeitsrechtsfragen – telefonisch, mündlich oder schriftlich. Die Zahl der Anfragen liegt damit auf dem hohen Niveau der Vorjahre. Eine Steigerung (plus 20 Prozent gegenüber 2011 auf fast 9.300) gab es bei Anfragen per Mail. Bei den an die Abteilung Arbeitsrecht herangetragenen Fällen wurden rund 50 Prozent der Fälle durch Intervention beim Arbeitgeber erfolgreich abgeschlossen.

Rechtsschutz: Wenn nur der Gang zum Gericht hilft

Gibt es keine Klärung durch Intervention und ist der Fall Erfolg versprechend wird der Klagsweg beschritten. Im Jahr 2012 beantragten mehr als 3.800 ArbeitnehmerInnen Rechtsschutz. Über 4.300 Rechtsschutzverfahren konnten 2012 abgeschlossen werden. Darin enthalten sind auch Verfahren, die bereits in den Vorjahren begonnen wurden. Gegliedert nach Branchen gab es die meisten Vertretungen in der Bauindustrie und dem Baugewerbe, im Hotel- und Gastgewerbe sowie dem Handel.

Insolvenzvertretung: Wenn die Firma kracht

2012 mussten in Wien fast 800 insolvente Arbeitgeber registriert werden, das ist um vier Prozent weniger als im Vorjahr. Für rund 5.900 ArbeitnehmerInnen wurde Insolvenz-Entgelt beantragt. Über 70 Prozent der ArbeitnehmerInnen sind/waren in Klein- und Mittelbetrieben beschäftigt. Bei den Branchen führt die Bauwirtschaft, eine Steigerung gab es im Bereich der Arbeitskräfteüberlassung (von drei auf zehn Prozent), während der Anteil der von Insolvenz betroffenen Handelsangestellten von 12 auf sieben Prozent gesunken ist. Die aus Arbeitnehmer-Innensicht größte Insolvenz in Wien war der Modeschmuck-Vertrieb Pierre Lang/Andersen mit fast 300 Betroffenen.

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