Vibrationen

Chronische Gelenkserkrankungen

Bei der Einwirkung von Vibrationen wird zwischen Hand /Armvibrationen und Ganzkörpervibrationen unterschieden. Hand-/Armvibrationen, die es etwa beim Einsatz schwerer motorbetriebener Werkzeuge im Bau einschließlich der Nebengewerbe gibt, können zu schmerzhaften chronischen Gelenkserkrankungen, aber auch zur Weißfingerkrankheit führen, einer schweren Durchblutungsstörung der Hände mit Minderung der Feinmotorik und des Tastsinnes, was wiederum die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt und die Unfallgefahr erhöht.

Gefahr von Bandscheibenschädigungen

Das Sitzen auf vibrierenden Maschinen (zB ungefederte Lkw) etwa im Bau oder in der Landarbeit ist ein Beispiel für Ganzkörper-vibration mit der Gefahr von Bandscheibenschädigungen. Wirksame Gegenmaßnahmen liegen in der Verkürzung der täglichen Dauer, in der die Arbeiter den Vibrationen ausgesetzt sind, sowie in der Anschaffung vibrationsärmerer Maschinen. Die Verordnung über Lärm und Vibrationen gibt hier für neu angeschaffte Geräte besser verträgliche Vibrationsfrequenzen vor, verlangt aber leider nicht die Umrüstung von Altgeräten.

Fallbeispiel: Herr S. arbeitet mit einem Abbauhammer

Herr S. ist 52 Jahre alt und arbeitet seit 18 Jahren mit einem Abbauhammer auf Baustellen. Durch die Vibrationen, die der Abbauhammer auslöst, sind seine Handgelenke, die Ellbogen-gelenke und sein Schultergürtel stark in Mitleidenschaft gezogen. Er hat Schmerzen und kann die Leistung, die er früher erbringen konnte, nicht mehr schaffen.

Außerdem hat er an den Händen zunehmend Durchblutungs-störungen. Dies zwingt ihn, häufig einen Arzt auf zu suchen. Wenn die Schmerzen zu stark werden, muss er in den Krankenstand gehen. Das kommt immer häufiger vor. Er hat Angst, dass ihn sein Arbeitgeber deshalb entlässt. Darunter leidet sein Schlaf, was sich wieder ungünstig auf seine Leistungsfähigkeit und seine Konzentration auswirkt. Dies steigert wiederum die Gefahr, einen Unfall zu erleiden.

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