Trotz Krise mehr Geld für Aktionäre
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„Investieren statt kassieren“
Scharfe Kritik an den großen und mittleren Unternehmen übt AK Präsident Herbert Tumpel: „Die österreichischen Unternehmen schütten die Gewinne an Aktionäre und Eigentümer aus, statt zu investieren und die Mittel im Betrieb zu belassen.“ Das ist, so Tumpel, „absolut unverständlich“: Gerade jetzt ist es gesamt-wirtschaftlich notwendig zu investieren, das kann man nicht nur vom Staat verlangen, da müssen die Unternehmen auch aktiv mittun.
Für die ArbeitnehmerInnen verlangt die AK den gerechten Anteil – die Kaufkraft der Menschen muss erhalten bleiben um die Wirtschaft zu beleben. Auf der einen Seite hören wir immer öfter, der Staat soll zB mit Haftungen der Wirtschaft in der Krise helfen – und gleichzeitig greifen die Aktionäre in die Kassen. Es darf nicht sein, dass die Arbeitnehmer mehrfach draufzahlen – einmal als Arbeitnehmer in gefährdeten Betrieben, dann noch als Steuerzahler für Wirtschaftsförderung und –stützung – während Aktionäre abkassieren.
Zwei AK Untersuchungen zeigen: Die Gewinne in den wichtigsten großen und mittleren Unternehmen werden nicht für Investitionen und Eigenmittelstärkung benützt, sondern den Aktionären und Eignern ausgeschüttet.
ATX Unternehmen: Trotz Krise mehr Geld für Aktionäre
17 ATX Unternehmen haben von den Konzernüberschüssen des Jahres 2008 heuer – mitten in der Krise – insgesamt 2,2 Milliarden Euro an die Aktionäre als Dividende ausgeschüttet. Das ist ein Drittel des Gewinns, den sie gemacht haben – die Ausschüttungs-quote ist damit seit dem Vorjahr sogar erhöht worden! Das zeigt eine Analyse der Konzern-Bilanzen der 20 ATX Unternehmen.
So viel wird ausgeschüttet
194 wichtige österreichische Unternehmen schütten 4 Milliarden Euro Gewinn aus.
246 große und mittlere Unternehmen (AGs, GmbHs) in Österreich haben zusammen einen Jahresüberschuss von 5,3 Milliarden Euro erwirtschaftet. 194 dieser Unternehmen werden davon Dividenden ausschütten - in der Höhe von insgesamt 4,1 Milliarden Euro, an ihre Aktionäre, Eigner bzw Muttergesellschaften ausschütten.
Damit werden mehr als drei Viertel der Jahresüberschüsse ausbezahlt statt investiert oder im Unternehmen belassen. Fast die Hälfte dieser Unternehmen schüttet heuer mehr aus als im Vorjahr! Basis für die Analyse ist eine AK-Datenbank mit den Einzelabschlüssen wichtiger österreichischer Unternehmen aus allen Branchen, für die Bilanzen und Unternehmensdaten als Quelle dienen.
ATX Gewinne reichen für 4 Lohnrunden
Die ATX Unternehmen, die heuer Gewinne machen, beschäftigen insgesamt 410.000 ArbeitnehmerInnen. Das Ausschüttungs-volumen von mehr als 2 Milliarden Euro würde also für 4 gute Lohnrunden für diese Beschäftigten reichen!
Gewinnausschüttungen kosten Arbeitsplätze
Die Gewinnausschüttungen kosten soviel wie 80.000 Arbeitsplätze.
Nicht nur in den großen Konzernen, auch in den größeren und mittleren Unternehmen machen die Ausschüttungen einen beträchtlichen Betrag in Bezug zur Lohn- und Gehaltssumme aus: in den 246 wichtigen Unternehmen sind 164.000 Arbeitnehmer-Innen beschäftigt. Die gewinnausschüttungen entsprechen im Umfang der Hälfte des Personalaufwands dieser Unternehmen!
Metallbranche: Besonders hohe Ausschüttungen
Auffällig ist, dass unter den 246 Unternehmen die 69 Metallunternehmen eine besonders hohe Quote ausschütten: Nämlich fast 88 Prozent des Jahresüberschusses!
Tumpel bezeichnet die steigenden Gewinnausschüttungen als „wirtschaftspolitisch unverständlich“. Wer die Zahlen von 2009 kennt, der kann doch nicht die Gewinne von 2008 einstecken, statt die Unternehmen zu stärken. Die AK fordert die Wirtschaft auf, jetzt ihrerseits ihre gesamtwirtschaftliche Verantwortung wahrzunehmen, mehr zu investieren und die Unternehmen gegen die Krise abzusichern. Und „Die ArbeitnehmerInnen haben ein Recht auf einen gerechten Anteil!“
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