Studienbeihilfen erhöhen und ausbauen

„Bei der Bildung müssen alle Talente gleich gut gefördert werden“, sagt AK Präsident Herbert Tumpel anlässlich der Präsentation der Studierenden-Sozialerhebung. Die Erhebung zeigt weiterhin eine starke soziale Schieflage an den Hochschulen: Die Wahrscheinlichkeit für Kinder bildungsnaher Familien, ein Uni-Studium aufzunehmen, ist dreimal so hoch wie für Kinder bildungsferner Familien, an den Fachhochschulen ist sie zweimal so hoch.

Mehr Gerechtigkeit bei der Chance auf ein Studium!

Dasselbe Bild zeigt sich beim Blick auf die frühere Schullaufbahn der Studierenden: Die Wahrscheinlichkeit, später zu studieren, beträgt für ehemalige HauptschülerInnen 25 Prozent, für ehemalige SchülerInnen der Unterstufe der Gymnasien aber 75 Prozent. „Da muss gegengesteuert werden“, fordert Tumpel „mehr Gerechtigkeit bei der Chance auf ein Studium“. Als Erstes müssen die Studienbeihilfen erhöht und ausgebaut werden.

Wie dringend Verbesserungen bei den Studienbeihilfen sind, zeigt die Entwicklung der Zahl der BezieherInnen: Trotz steigender Studierendenzahlen sank sie an den Unis von knapp 37.000 im Wintersemester 2008/09 auf 32.000 im Wintersemester 2010/11 – normale Studienbeihilfe beziehen statt 18,2 Prozent der Studierenden (im Jahr 2009) nur noch 14,7 Prozent. Und die durchschnittliche Beihilfe beträgt lediglich 272 Euro im Monat.

63 Prozent müssen zusätzlich zum Studium arbeiten

Vor diesem Hintergrund steigt der Anteil der Studierenden, die zusätzlich zum Studium arbeiten müssen – 63 Prozent statt 58 Prozent im Vergleich zu 2006. Zusätzlich alarmierend: Mittlerweile sind die Einnahmen aus Berufstätigkeit die größte Einnahmequelle der Studierenden; wobei 80 Prozent von ihnen aus finanzieller Notwendigkeit arbeiten und das Ausmaß der Berufstätigkeit bei Studierenden aus niedriger sozialer Schicht höher ist.

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