Sitzenbleiben kostet Familien und Staat heuer 888 Millionen
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Förderung statt Klassenwiederholungen
888 Millionen Euro! So teuer kommt das Sitzenbleiben im neuen Schuljahr die Familien und den Staat, errechneten die AK BildungsexpertInnen. Den Hauptteil der Kosten müssen mit 580 Millionen Euro die Familien selbst tragen – weshalb ein Drittel der SchülerInnen, die nicht aufstiegsberechtigt sind, überhaupt die Schule wechselt oder die Ausbildung abbricht. „Und das alles, obwohl der Schulerfolg nur in einem Fach oder in einigen wenigen Fächern nicht ausreicht“, sagt dazu AK Präsident Herbert Tumpel.
Auslaufmodell „Sitzenbleiben“
Überhaupt leistet sich Österreich mit dem Sitzenbleiben ein Auslaufmodell: In Europa lassen nur noch acht von 28 Ländern ihre Kinder sitzenbleiben. Die AK fordert das automatische Aufsteigen mit einem „Nicht genügend“ bis zur achten Schulstufe mit einem individuellen Förderkonzept. In der Oberstufe soll es statt des Sitzenbleibens ein Kurssystem geben.
42.000 sind nicht aufstiegsberechtigt
Knapp 42.000 SchülerInnen in Österreich werden heuer nicht aufstiegsberechtigt sein – entweder sind sie es schon seit Schulschluss im Juli, oder weil sie zu Schulanfang die Nach-prüfung nicht schaffen. 14.000 von ihnen wechseln entweder die Schule, schließen das Poly negativ ab oder brechen den Schulbesuch in der Oberstufe ab – weil sich die Eltern die Klassenwiederholung nicht leisten können.
- 580 Millionen Euro zahlen die Familien im neuen Schuljahr in Summe für die Klassenwiederholungen. Je Kind betragen die Kosten 20.720 Euro – davon entfallen 6.720 Euro auf den direkten Unterhalt und 14.000 Euro auf den Verdienstentgang für ein Jahr späteren Berufseintritt.
- 308 Millionen Euro muss der Staat drauflegen – je Kind 2.450 Euro für Familienbeihilfe und Absetzbetrag, 150 Euro für Schulbücher, 400 Euro für die Schülerfreifahrt und im Schnit 8.000 Euro für einen Schulplatz in der Mittel- oder Oberstufe.
„Die Schule muss fördern statt auslesen“, sagt AK Präsident Herbert Tumpel. Statt des Sitzenbleibens fordert Tumpel: - In der Mittelstufe automatisches Aufsteigen mit einem „Nicht genügend“, und bei zwei „Nicht genügend“ sollen die Eltern über die Klassenwiederholung mitentscheiden. Gleichzeitig soll es begleitende Förderung in der nächsten Klasse geben.
- In der Oberstufe soll ein Kurssystem eingeführt werden, dann muss nur noch der Kurs wiederholt oder nach Förderunterricht eine nochmalige Prüfung abgelegt werden.
- Und durch Ausbau der Ganztagsbetreuung und der indivi-duellen Förderung aller Kinder sollen überhaupt weniger Kinder negativ abschließen müssen.
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