Schwere körperliche Arbeit

Schwere körperliche Arbeit belastet, vor allem wenn sie über längere Zeiträume ausgeübt wird, massiv den Bewegungs- und Stützapparat, also etwa die Wirbelsäule, Sehnen und Gelenke. Eine wichtige Rolle spielt das Aufheben und Tragen von schweren Lasten. Schon einfache Hebe- und Tragehilfen („Ameisen“, Rodeln) oder die Verwendung kleinerer Gebinde (zB bei Sand oder Zement) kann eine wesentliche Entlastung bewirken.

Fallbeispiel: Frau M. arbeitet im Krankenpflegedienst

Ein Beispiel für schwere körperliche Arbeit und deren gesund-heitliche Folgen fern von dem, was typischerweise mit „Schwerarbeit“ assoziiert wird: Frau M. ist 53 Jahre alt und arbeitet seit 25 Jahren im Krankenpflegedienst.

Starke Rückenschmerzen

Durch das häufige Heben von zum Teil recht schweren PatientInnen sind ihr Rücken und die Schultergelenke in Mitleidenschaft gezogen. Sie hat immer häufiger starke Rückenschmerzen. Auch sind manche ihrer PatientInnen nicht gerade freundlich und wenig hilfsbereit, was ihr zusätzlich zu schaffen macht.

Richtige Arbeitstechniken

Was Frau M. helfen könnte: Die konsequente Anwendung richtiger Haltungen und Techniken beim Heben, die in der Ausbildung zur diplomierten Gesundheits- und Krankenschwester zwar vorkommen, aber viel mehr auch in berufsbegleitenden Fortbildungen trainiert werden müssen, um selbstverständlich angewendet zu werden.

Einsatz von Hilfsgeräten

Für PflegehelferInnen und Heimhilfen mit ihren kürzeren Ausbildungsgängen gilt dies in noch höherem Maße. Technische Hilfsgeräte wie Pflegebetten, Hebe- und Aufstehhilfen usw sind in der mobilen Pflege in Privathaushalten insbesondere wegen der Kosten kaum vorhanden, würden aber noch stärker entlasten. Die organisierte Verleihung solcher Hilfen durch die öffentliche Hand zwecks Gesunderhaltung der PflegerInnen wäre im Rahmen künftiger Pflegereformen zu diskutieren.

Sowohl im mobilen als auch im stationären Bereich ist es entscheidend, das Bewusstsein der pflegenden Menschen für die Wichtigkeit der richtigen Arbeitstechniken und des Einsatzes von Hilfsgeräten zu wecken.

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