AK Nachhilfebarometer: Noch immer starker Lern- und Kostendruck

127 Millionen Euro für private Nachhilfe

127 Millionen Euro für private Nachhilfe und die Arbeit von in etwa 47.000 Vollzeitbeschäftigten beim unfreiwilligen Lernen zu Hause mit den Kindern: Das alte Schulsystem fordert die Eltern heuer genauso stark wie im Vorjahr.

Noch ergibt eine österreichweite Ifes-Befragung von 2.760 Familien: Nur in ganztägigen Schulen ist die private Lernbelastung der Eltern und ihrer Kinder geringer als insgesamt. Sonst bleibt die Belastung gleich hoch wie 2010 – mit leicht steigender Tendenz.

  • Der Anteil der Eltern, die nach Dienstschluss unfreiwillige Hilfslehrer sind, beträgt heuer 77 Prozent nach 75 Prozent im Jahr 2010. Sie leisten gratis die Arbeit von 47.000 Vollzeitbeschäftigten.
  • Für private Nachhilfe zahlen die Eltern heuer mit 127 Millionen Euro (2010: 126 Millionen Euro).
  • Der Anteil der Kinder, die private Nachhilfe brauchen, beträgt 27 Prozent (2010: 26 Prozent). Noch immer ungerecht: 270.000 Kinder brauchen Nachhilfe, aber 70.000 von ihnen bekommen keine – etwa weil es sich die Eltern nicht leisten können.

„Hinter dieser Belastung steckt das alte Halbtagsschulsystem“, sagt Tumpel, „es übernimmt zu wenig Verantwortung für den Lernerfolg.“ Die überwältigende Mehrheit der von Nachhilfe betroffenen Eltern wünscht sich mehr Förderunterricht, schulische Nachmittagsbetreuung oder gleich Ganztagsschulen.

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