AK an EU-Parlamentarier: Hartnäckig bleiben! Ratingagenturen müssen gezähmt werden!

Raus mit Ratings aus Gesetzen

„Den geplanten strengeren Regeln für Ratingagenturen darf man nicht schon im Vorfeld die Zähne ziehen. Im Gegenteil: Privaten Unternehmen wie Ratingagenturen muss man endlich ihren realpolitischen Einfluss nehmen, deshalb sollte weder in EU- noch österreichischen Gesetzen auf Ratingagenturen Bezug genommen werden“, betont AK Präsident Herbert Tumpel im Vorfeld der Abstimmung des EU-Parlaments.

Auf www.stopratingagencies.eu bieten AK und ÖGB gemeinsam mit zahlreichen anderen europäischen Partnern deshalb erneut die Möglichkeit für alle EU-BürgerInnen die EU-Parlamentarier per Mail an die Regulierung zu erinnern.

„Wir erinnern die Abgeordneten im Vorfeld der Abstimmung auch daran, dass sie in ihre Funktionen gewählt wurden und dass daher sie die Verantwortung für politische Entscheidungen tragen – und dass sie das nicht den Ratingagenturen überlassen dürfen“, sagt ÖGB-Präsident Erich Foglar.

„Die bedenkliche Entwicklung, dass manche Regierungen aufgrund von Ratings entscheiden, muss aufhören. Die Rolle der Ratingagenturen ist seit Jahren höchst dubios, intransparent und unzureichend geregelt. Die Parlamentarier haben nächste Woche die Chance, diese Zustände zu beenden und endlich klare Regeln zu schaffen.“

Agenturen müssen für ihre Wertung haften

Seit Ende letzten Jahres liegen dem EU-Gesetzgeber nun die Vorschläge zur Regulierung von Ratingagenturen von EU-Binnenmarktkommissar Barnier vor. Nächste Woche wird der Ausschuss für Wirtschaft und Währung im Europäischen Parlament voraussichtlich darüber abstimmen.

Der Entwurf sieht eine zivilrechtliche Haftung für Ratingagenturen (samt Beweislastumkehr), die verpflichtende Rotation und die Bekämpfung der Marktkonzentration sowie erste Schritte vor, Ratingagenturen aus Gesetzen und verbindlichen Regelwerken zu entfernen. Nun aber liegen im Europäischen Parlament eine Reihe von Abänderungsanträgen vor, die Barniers Verordnung wieder aufweichen wollen.

Auf der von der AK, dem ÖGB und weiteren europäischen Partnern ins Leben gerufenen Kampagnenplattform www.stopratingagencies.eu gibt es die Möglichkeit, die Abgeordneten direkt anzuschreiben und sie aufzufordern, mit ihrer Stimme die übermäßige Macht der Ratingagenturen zu brechen!

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