AK kritisiert Auslagerung der Briefzustellung durch Post

Heftig kritisiert die AK das Vorhaben der Post, Teile der Briefzustellung an private Zusteller auszulagern. In Zeiten der Krise ist eine solche Vorgangsweise unverantwortlich.

Post schreibt erhebliche Gewinne

„Ein Unternehmen, das sich mehrheitlich in öffentlicher Hand befindet, darf so nicht vorgehen, zumal die Post erhebliche Gewinne schreibt und Dividenden in der Höhe von 175 Millionen ausschütten kann.

Ich erwarte mir vom Finanzminister klare Worte. Er muss bei der ÖIAG und bei der Post dafür sorgen, dass ein erfolgreiches Unternehmen nicht den Bach hinunter gemanagt wird und tausende Arbeitsplätze vernichtet werden“, sagt AK Präsident Herbert Tumpel.

Abwärtsspirale bei den Standards

Eine Studie im Auftrag der AK Wien hat gezeigt, dass die arbeits-rechtlichen und sozialrechtlichen Standards in der Postbranche bereits jetzt ziemlich schlecht sind. Mit der geplanten Auslagerung dreht die Post selber an der Abwärtsspirale bei den Standards.

In Tochterunternehmen der Post wird bereits in zunehmenden Maße nur mehr selbstständig beschäftigt. Damit unterliegen diese Arbeitnehmer kaum den einschlägigen arbeitsrechtlichen Schutz-normen und werden auch nur sehr niedrig entlohnt.

Niedriger Lohn für Zusteller

Im Durchschnitt bewegen sich die Verdienste bei selbstständigen ZustellerInnen im Bereich der Brief-, Werbemittel- und Zeitungs-zustellung im Stadtgebiet zwischen vier und fünf Euro pro Stunde.

90 Prozent der Beschäftigten dieser Unternehmen sind selbst-ständig beschäftigt. „Die Post betreibt Dumping auf Kosten der Beschäftigten und der Versorgung, nur um die Dividendengelüste der Aktionäre zu befriedigen“, kritisiert Tumpel.

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