Schließung von Postämtern bei gleichzeitiger Rekorddividende ist ungeheuerlich
Unternehmen Post wird „ausgeräumt“
„Das ist ungeheuerlich. Statt in eine erfolgreiche Zukunft zu investieren, wird das Unternehmen Post ausgeräumt“, kritisiert AK Präsident Herbert Tumpel. Bereits im Vorjahr hat die Post mehr ausgeschüttet, als Gewinn erwirtschaftet wurde, was auf Kosten der Eigenkapitalausstattung ging.
Was die Post an die Eigentümer ausschüttet
Im Vorjahr schütteten die ATX-Unternehmen durchschnittlich rund 30 Prozent ihres Gewinnes an die Eigentümer aus, die Post dagegen 137 Prozent, also ein vielfaches Mehr als andere Börsenunternehmer. Heuer werden es 147 Prozent (175 Mio Euro) sein, also noch einmal mehr. Im gleichen Atemzug kündigt die Post an, mehrere hundert Filialen zu schließen und Personal einzusparen.
Kapital im Unternehmen belassen!
Auf der einen Seite beim Personal und bei den Leistungen für die Konsumenten sparen zu wollen, und auf der anderen Seite die Eigenkapitalreserven aufzufressen, ist untragbar. Gerade für die Sicherung und den Erhalt von Arbeitsplätzen ist ein Belassen des erwirtschafteten Kapitals im Unternehmen unumgänglich. Ein-behaltene Gewinne steigern nachhaltig den Unternehmenswert. Das ist auch für Aktionäre kein Nachteil.
Postämter machen operativen Gewinn
Was die Post nicht sagt, aber die Bilanz zeigt, die Postämter machen operativen Gewinn. Laut aktueller Bilanz erwirtschaftete das gesamte Postämternetz 2008 deutliche Gewinne. Der operative Gewinn der Postämter hat sich 2008 sogar von 13,6 auf 14,5 Mio Euro verbessert. Für Tumpel ist klar: Statt die Gewinne auszuschütten, soll die Post ihrem gemeinwirtschaftlichen Auftrag nachkommen und für eine hochqualitative, flächendeckende Versorgung mit Postämtern sorgen.
