Pendlerpauschale: Gleicher Betrag für alle – unabhängig vom Verkehrsmittel und Gehalt
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Pendlergeld pro Kilometer!
„Auf diese ungeheure Fehlentwicklung bei den Treibstoffpreisen muss man mit einer ökologischeren und gerechteren Variante der Pendlerpauschale reagieren“, sagt AK Präsident Herbert Tumpel: „Die Unterscheidung zwischen kleinem und großem Pendlerpauschale kann man getrost verschrotten“, sagt Tumpel, „Immer mehr Menschen – insbesondere Frauen – steigen für den Weg zur Arbeit auf den öffentlichen Verkehr um. Das sollte honoriert werden: Mit einem Pendlergeld pro Kilometer – davon profitieren kleine Einkommensbezieher und Öffi-Fahrer!“
Teurer Sprit
Die Spritpreise sind in den letzten Jahren enorm angestiegen: Im April 2010 kostete Diesel noch durchschnittlich 1,129 Euro pro Liter; Eurosuper-Benzin 1,225 Euro pro Liter. Heute sind es dagegen bereits1,441 Euro pro Liter bei Diesel; bei Eurosuper sogar 1,526 Euro pro Liter. Diesel verteuerte sich somit innerhalb von nur zwei Jahren um 27 Prozent, Eurosuper sogar um ganze 32 Prozent. Ein Pendler, der 35 Kilometer zur Arbeit fährt, muss heuer also um 280 Euro im Jahr mehr für seinen Weg zur Arbeit ausgeben als noch vor zwei Jahren. Viele haben keine Alternative. Sie sind es, die durch die Abzocke beim Sprit voll draufzahlen.
Von dem aktuellen Pendlerpauschale profitieren Besserverdienende, Männer (weil bereits ein Viertel der Frauen mit den Öffis zur Arbeit fährt und es bei Männern erst 16 Prozent sind) und Vollzeitbeschäftigte (weil es unter 11 Arbeitstagen im Monat keine Pauschale gibt). Es kann nicht sein, dass jene, die gut verdienen mehr über das Pendlerpauschale an Geld zurück erhalten und eine Frau, die zu ihrem Teilzeit-Job pendeln muss, weniger oder fast gar nichts erhält.
Forderung
Die AK fordert
1. Ein kilometerabhängiges Pendlergeld, als Steuer-Absetzbetrag anstelle des bisherigen Steuer-Freibetrags und zwar so, dass für die unteren und mittleren Einkommensbezieher ein Plus entsteht. ArbeitnehmerInnen, die keine Lohnsteuer zahlen, erhalten die Absetzbeträge als Negativsteuer ausbezahlt. Als Ökoelement fordert die AK ein steuerfreies Jobticket auch für den innerstädtischen Bereich.
2. Die Unterscheidung zwischen kleinem und großem Pendlerpauschale hat sich überholt. Kleine und große Pauschale werden zusammengelegt und zwar auf einem mittleren Niveau. Die Fahrtstrecke wird mit einem standardisierten Routenplaner berechnet, die Absetzbeträge werden pro Kilometer festgelegt.
3. Damit auch teilzeitbeschäftigte PendlerInnen vom Pauschale profitieren, muss die Regelung wegfallen, wonach man erst ab 11 Arbeitstagen und mehr das Pendlerpauschale bekommt. Teilzeitbeschäftigte sollten die Pauschalien künftig aliquot erhalten.
4. Und auf europäischer Ebene müssen sich die zuständigen MinisterInnen für mehr Transparenz bei der Preisbildung und gegen die Marktkonzentration am Mineralölmarkt einsetzen.
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