Neue Mobilität am Weg zur Arbeit fördern
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Radler und Fußgänger nicht gegeneinander ausspielen
Ohne Auto und Öffi sind mittlerweile mehr als 50.000 Wiener ArbeitnehmerInnen auf dem Weg zur Arbeit. „Das könnten noch viel mehr werden,“ sagt Michael Klug, AK-Experte für Kommunalpolitik anlässlich der AK Veranstaltung „Verkehr in der Stadt“. Doch um diese neue Mobilität weiter anzukurbeln, müssen Bezirke und Stadt mehr tun, als vor allem Radwege am Gehsteig zu bauen.
Stattdessen muss jetzt etwas gegen die zunehmenden Konflikte von Radlern und FußgängerInnen getan werden. Rad-und Fußwege müssen klar sichtbar voneinander getrennt werden. Der Radverkehr in der City etwa könnte auch auf der Fahrbahn, abseits des Gehsteiges geführt werden, wo dies verkehrs-technisch und aus Sicherheitsgründen möglich ist. Auch die Betriebe müssen die gesunde und umweltfreundliche Mobilität ihrer Beschäftigten besser unterstützen.
Radwegenetz in Wien mit über 1.100 km
Das Radwegenetz in Wien mit über 1.100 km ist in den vergangenen Jahren rasch ausgebaut worden. Aber Kreuzungsbereiche stellen für RadfahrerInnen und FußgängerInnen sehr unsichere Bereiche dar: Unklare Vorrangsituationen bei Radfahrerüberfahrten führen oft zu gefährlichen Situationen. Hier ist eine Änderung der Straßenverkehrsordnung längst überfällig.
Für FußgängerInnen sind mittlerweile Mindestgehsteigbreiten von 2,00 Metern fast überall erreicht. 90 Prozent aller Gehsteige sind barrierefrei. Aber an Ampelkreuzungen bleibt wegen viel zu kurzer Grünphasen gerade älteren Menschen oder Eltern mit Kindern gefährlich wenig Zeit zum Überqueren der Straße. An den Schutzwegen geht die Anhaltemoral seit Jahren zurück. So wurden in Wien bereits im ersten Halbjahr 2010 sechs Menschen bei Unfällen am Schutzweg getötet. Jeder zweite Autofahrer ignoriert die Anhaltepflicht bei Schutzwegen.
Radabstellanlagen oder Dienstfahrräder
Die Anreizsysteme für eine gesunde, effiziente, sozial- und umweltfreundliche Mobilität – Schlagwort betriebliches Mobilitätsmanagement – müssen weiter ausgebaut werden. Eine gesunde Mobilität ihrer MitarbeiterInnen muss den Betrieben etwas wert sein, etwa durch ein Angebot von Radabstellanlagen oder Dienstfahrrädern (auch Elektrobikes). Auch Wettbewerbe wie bike 2 work – MitarbeiterInnen sammeln Radkilometer am Arbeitsweg und werden dafür belohnt – helfen mit, zum Umstieg aufs Rad zu motivieren.
Forderung
Die AK fordert deshalb
1. Entschärfung Konflikte zwischen Fuß- und Radverkehr; Führung des Radverkehrs auf der Fahrbahn; keine gemischten Geh- und Radwege
2. Änderung der StVO – stärkere Berücksichtigung des Fuß- und Radverkehrs an gefährlichen Kreuzungen.
3. Grünphasen an Ampeln müssen eine Mindestlänge haben, damit auch Kinder und Gehbehinderte sicher hinüberkommen. Faustregel: Die Grünphase in Sekunden soll der Schutzweglänge in Metern entsprechen.
4. Schutzwege und Radfahrerüberfahrten müssen ausreichend beleuchtet werden
5. Mit Aufklärungskampagnen muss die Anhaltebereitschaft von Kfz- LenkerInnen – verbessert werden.
6. Betriebliche Förderung des zu Fuß Gehens und Radfahrens aufgrund der positiven Gesundheitsaspekte
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