Lebensmittelpackungen: Kleiner und teurer?
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Bei 37 Produkten fand die AK neue Packungsgrößen
Neue, kleinere Verpackungen und dann ein höherer Preis? Die EU hat im Frühjahr 2009 die fixen Packungsgrößen aufgehoben. Die AK hat im Herbst 2009 stichprobenartig 965 Lebens- und Reinigungsmittel unter die Lupe genommen. Bei 37 Produkten fand die AK neue Packungsgrößen – in rund 70 Prozent der Fälle wurde die Packung kleiner und teurer.
„Wenn die Packungsgröße verändert wird, dann meist zum Nachteil der Konsumenten“, beanstandet AK Konsumenten-schützerin Manuela Delapina. „Nach dem ersten Halbjahr seit der Einführung haben viele Hersteller die gewohnten Verpackungen noch beibehalten. Wir hoffen, dass das für die bessere Übersicht der Konsumenten so bleibt.“
In 70% wurde die Packung kleiner und teurer
Die AK fand bei 37 (von 965) Produkten neue Packungsgrößen. Die Preise aller Produkte wurden bei acht Diskontern und Supermärkten vor und nach dem Fallen der Verpackungs-Vorschriften durch die EU erhoben und verglichen.
Der Handel ging unterschiedlich mit den neuen Packungen um: Bei den 37 neuen Packungsgrößen waren 70-mal die Preise verändert. Davon sind die meisten (48 von 70) jetzt kleiner und teurer. Die Produkte kosten um durchschnittlich knapp sechs Prozent mehr. In einem Fall betrug die Preiserhöhung fast 110 Prozent. So kostete etwa der Weichspüler von Silan in der 1,5 Liter Flasche im Jänner des Vorjahres 2,29 Euro, jetzt in der 1,25 Liter Flasche 3,99 Euro. 21 (von 70) wurden billiger und ein Produkt blieb unverändert.
Bei diesen Produkten gab es Preisveränderungen
Alle festgestellten Preisveränderungen gab es großteils bei Waschmitteln und Weichspülern, aber auch bei Milchprodukten, eingelegtem Gemüse, Müsli, Kaffee, Pfeffer und Geschirrspülmitteln.
Die AK prüfte im Jänner/Februar 2008 und Oktober/November 2009 insgesamt 965 Produkte, beispielsweise Mehl, Zucker, Schokolade, Teigwaren, Reis, Essig, Gewürze, Tiefkühl-, Milchprodukte, Mineralwasser, Waschmittel, Weichspüler. Die AK hat in acht Wiener Supermärkten und bei Diskontern erhoben: Hofer, Spar, Lidl, Zielpunkt, Billa, Merkur, Interspar und Penny.
Forderung
Mehr Hülle als Fülle!
Nicht nur kleinere und dann teurere Lebensmittelpackungen ärgern KonsumentInnen. Sie werden häufig auch über den Packungsinhalt getäuscht – es schaut nach mehr aus, als tatsächlich drinnen ist. Ein AK Test bei 25 untersuchten Produkten von Merkur und Interspar zeigt: Eine Packung besteht durchschnittlich zu fifty-fifty aus Luft und Inhalt.
„Mogelpackungen sind sehr unbefriedigend für die Konsumenten und sie zahlen letztlich durch die augenscheinliche Täuschung auch drauf“, sagt AK Konsumentenschützerin Manuela Delapina. Die KonsumentInnen brauchen mehr Klarheit, um zu sehen, was befüllt ist und was nicht. Ein Transparenzstreifen etwa könnte Abhilfe schaffen.
Weiters verlangt die AK eine konkrete rechtliche Definition im Maß- und Eichgesetz, was eine Mogelpackung ist.
Der AK Test zeigt: Die Fülle in den Lebensmittelpackungen löst sich häufig in Luft auf. Im Schnitt besteht die Hälfte der geprüften Packungen aus Luft, die andere Hälfte ist gefüllt. Der Luftanteil der Packungen reicht von 29 bis 68 Prozent.
Spitzenreiter unter den untersuchten Mogelpackungen ist der Gebratene Reis Magic Asia von Maggi. Die Gesamthöhe der Verpackung beträgt 20,5 Zentimeter, die Füllhöhe 6,5 Zentimeter. Das sind 14 Zentimeter oder 68 Prozent Luftanteil. „Auch beim Sweety Grießkoch von Knorr schaut es nicht viel besser aus“, sagt Delapina. „Der Luftanteil der Packung beträgt 63 Prozent im Vergleich zur Gesamtpackung.“
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Infobox
Downloads
- Preisveränderungen durch Packungsgrößenänderungen (pdf/27kb)
- Lebensmittelpackungen - Füllmengen (pdf/26kb)


