Kontowechsel: Mangelnde Infos über Zinsen
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Seit knapp zwei Jahren gibt es eine Empfehlung der Bundessparte Bank und Versicherung über die Prinzipien für den Bankkontenwechsel. Die AK hat – wie bereits 2010 – die Einhaltung dieser Empfehlung überprüft. Alle sieben getesteten Banken haben den Übertrag vom „alten“ zum „neuen“ Konto zufriedenstellend abgewickelt.
Positive Entwicklung
Es wurden keine gravierenden Mängel festgestellt. Anders als noch bei der Erhebung im Vorjahr haben die Banken nicht so häufig mit wichtigen Unterlagen wie Preisblatt, Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder Kontoeröffnungsantrag gegeizt.
Karge Infos über Zinsen
Die Mehrheit der Banken informierte nur mangelhaft über die Art und die Höhe der Zinsen beim Girokonto. Nur eine Bank gab dazu eindeutige, schriftliche Informationen, bei vier Banken waren die Angaben zumindest lückenhaft bzw. für die KonsumentInnen nicht eindeutig, zwei Banken haben zu diesem Thema überhaupt keine schriftlichen Unterlagen hergegeben.
Unterschiedlich gut: die Beratung
Die persönliche Beratung bei der Kontoeröffnung war sehr unterschiedlich: Die meisten BankberaterInnen fragten die Testpersonen kaum, ob sie im Alltag viele oder wenige Buchungen durchführen und ob sie Internetbanking nutzen oder nicht. Außerdem wurde meist nur sehr oberflächlich auf die vorhandenen Kontopakete eingegangen und das „richtige“ Paket meist vom Berater oder der Beraterin selbst ausgewählt.
Hier gibt es Verbesserungsbedarf, denn nur so aber kann herausgefunden werden, welches Kontomodell für die Konsumentinnen und Konsumenten das richtige ist.
Wie lange dauert der Kontowechsel?
Sehr zufriedenstellend ist im Vergleich zum Vorjahr die Dauer des Kontowechsels: im Durchschnitt brauchten die Institute sechs Bankwerktage, 2010 konnte dies noch bis zu 21 Tagen dauern.
Das ist das Ergebnis des AK-Tests, bei dem 7 Kontoverbindungen bei den folgenden österreichischen Banken gewechselt wurden: BAWAG, Bank Austria, Raiffeisen Wien/NÖ, Erste Bank, Volksbank, Hypo NÖ/Wien, easybank.
Forderung
Die AK fordert daher:
1. Bessere Erhebung des Nutzungsverhaltens der Bank-KundInnen durch die BeraterInnen, damit das richtige Kontomodell gefunden werden kann.
2. Im Kontoeröffnungsvertrag müssen die Guthaben- und Sollzinssätze angegeben sein.
3. Zinsanpassungsklauseln auch für Girokonten.
4. Die Konditionen müssen auf der Bank-Homepage veröffentlicht werden.
5. Die Girokonto-Produkte müssen verständlich und vergleichbar sein.
Tipp
AK Tipps zum Kontowechsel:
1. Wer sein Konto wechseln möchte, sollte nicht gleich zur nächstbesten Bank gehen. Denn das Angebot ist groß. Schauen Sie sich vor dem Wechsel unbedingt Ihr Nutzerverhalten an und vergleichen Sie die Konditionen. Im Internet sucht Ihnen der AK Bankenrechner unter
2. Verhandeln Sie über Zinsen und informieren Sie sich über die Zinsanpassung von Guthaben- und Sollzinsen.
3. Klären Sie bei Einziehungsermächtigungen mit dem oder der Berater/in ab, ob die Bank die einziehenden Unternehmen (z.B. Telefongesellschaft, VermieterInnen) über die neue Bankverbindung informiert. Gehen Sie anhand der Kontoauszüge durch, welche Einzieher aufrecht sind. Daueraufträge erledigt die Bank für Sie.
4. Fragen Sie nach, wann Sie die neue Bankomatkarte bekommen, damit sie nicht überraschend ohne Bargeld sind.
5. Machen Sie Überweisungen, vor allem Auslandsüberweisungen (in den SEPA-Raum), am besten nur mehr mittels IBAN (internationale Bankkontonummer) und BIC (eindeutige Kennung der Bank ähnlich einer Bankleitzahl). Das geht schneller und kostet weniger.
6. Hinterfragen Sie Schreiben von Banken immer kritisch, wenn es um Kontoumstellungen geht, Änderungen oder Kostenerhöhungen der Kontopakete, Einführung bestimmter neuer Gebühren (etwa Bankomat-Behebungsgebühr). Lesen Sie alles genau durch. Wenn Nachteile daraus zu erwarten oder befürchten sind, widersprechen Sie den Änderungen.
7. Auch wenn Sie Ihr Konto nicht wechseln möchten, sollten Sie hin und wieder das eigene Kontopaket hinterfragen und prüfen. Schauen Sie, ob bei der Hausbank ein günstigeres oder besseres Paket erhältlich ist.
8. Auch wenn Sie Ihr Konto nicht wechseln möchten, sollten Sie hin und wieder das eigene Kontopaket hinterfragen und prüfen. Schauen Sie, ob bei der Hausbank ein günstigeres oder besseres Paket erhältlich ist.
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